„Ich sehe am Verletzungsmuster des Patienten bereits, wie die Pisten aktuell sind“, kann Primar Robert Pehn vom Klinikum Kirchdorf auf jahrzehntelange Erfahrung bauen. Aktuell scheinen die Pisten gut und griffig zu sein. „Zurzeit haben wir es vor allem mit Knieverletzungen zu tun. Bei eisigen Verhältnissen behandeln wir meist Oberarm-, Schlüsselbein- oder Handgelenksbrüche“, schildert der Unfallchirurg, der am Donnerstag selbst bei drei Kreuzbandoperationen im OP-Saal stand.
Pro 1000 Skifahrer landet einer bei uns im Spital. Wenn also ein schöner Tag ist, mit 10.000 Sportlern, dann kommen zehn von ihnen zu uns. Da kann man sich als Arzt schon mental darauf vorbereiten. Drei davon müssen akut operiert werden.
Primar Robert Pehn
Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten gibt es aktuell um 20 Prozent weniger Verletzte. Vor allem die ausländischen Skifahrer aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei und aus Holland „fehlen“ im Krankenhaus. Trotzdem können sich die Ärzte nicht über zu wenig Arbeit beschweren.
Viele Unfälle am Nachmittag
„Wenn man am Nachmittag durch die Ambulanz geht, sind Skischuhe das meistgetragene Schuhwerk“, spielt Pehn auf das Phänomen an, dass die wenigsten Pistenunfälle am Vormittag passieren. Ein Hauptgrund dafür sind die Ermüdung und die schlechter werdenden Pistenverhältnisse in den Nachmittagsstunden. Alkohol spielt zumindest bei den Unfällen in Oberösterreich eine minimale Rolle. Laut dem Experten sind rund fünf Prozent der Zwischenfälle auf zu viel Alkoholkonsum zurückzuführen. „Pro 1000 Skifahrer landet einer bei uns im Spital. Wenn also ein schöner Tag ist, mit 10.000 Sportlern, dann kommen zehn von ihnen zu uns. Da kann man sich als Arzt schon mental darauf vorbereiten. Drei davon müssen akut operiert werden“, schildert Pehn, der sich freut, dass es immer weniger schwere Kopfverletzungen gibt. „Es wird viel mehr Helm getragen, und da sind wir froh darüber. Weil schwere Kopfverletzungen sind oft nicht heilbar.“
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