15.01.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Höhere Pension: Jan Krainers Fehlalarm

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Da sind sich die Fachleute einig: Wer in Österreich Monat für Monat brav etwas aufs Sparbuch legt, um später einmal mehr in der Pension zu haben, ist ein Verlierer: Insgesamt beträgt die schleichende Geldentwertung (über vier Prozent Inflation, aber de facto null Sparzinsen) über sechs Milliarden Euro im Jahr. Eine gigantische Enteignung, die erstaunlicherweise noch keinen Proteststurm ausgelöst hat.

Wie könnte man dieses Dilemma lösen? Ganz einfach, wie es in fast allen westlichen Staaten geschieht: Dass es Möglichkeiten zum Ansparen z.B. in Wertpapiere gibt, die mehrere Prozent pro Jahr abwerfen und bei denen nicht gleich alles von der Steuer weggefressen wird. In Österreich ist das jedoch der Fall: Weil vor allem für die SPÖ alle, die Wertpapiere kaufen, „Spekulanten“ sind, wird fast ein Drittel des möglichen Ertrags weggesteuert.

Das ist kurios: So investiert etwa der Pensionsfonds der Lehrer in New York Geld in die österreichische Wienerberger-Aktie. Sehr erfolgreich, gut für die Lehrer-Pensionen und gut fürs Unternehmen. So schaut professionelle Vorsorge aus.

Wie reagiert jedoch SPÖ-Wirtschaftssprecher Krainer auf die Pläne von Finanzminister Brunner, diese Kapitalertragssteuer nach einer Behaltefrist (daher keine Spekulanten!) zu streichen? „Die ÖVP hat überhaupt keinen Genierer mehr in ihrer Politik für die Reichen und Superreichen.“ Hoppala, Herr Krainer, Irrtum: Die von der schleichenden Enteignung Betroffenen sind vor allem Klein- und Mittelverdiener. Soll es für die keine Alternative geben?

Georg Wailand
Georg Wailand
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