06.01.2022 06:01 |

Boomender Markt

Anti-Drohnen-Kanone holt ganze Schwärme vom Himmel

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat ein Vorführvideo eines Drohnen-Abwehrsystems veröffentlicht, in dem eine auf einen Lastwagen montierte 35-Millimeter-Maschinenkanone einen ganzen Drohnenschwarm vom Himmel holt. Angesichts der technologischen Entwicklungen der letzten Jahre werden solche Systeme immer gefragter.

Spätestens seit Aktivisten Ende 2018 mit Drohnen tagelang den Flugverkehr am Londoner Airport Gatwick lahmlegten, sind Systeme zur Drohnenabwehr begehrt bei Regierungen und in der Luftfahrt. Während im zivilen Bereich - krone.at berichtete - mit Störsendern, Abfangdrohnen und dressierten Adlern gearbeitet wird, sind im militärischen Umfeld stärkere Geschütze gefragt.

Ein solches hat der Rüstungskonzern mit seinem auf einen Lkw montierten Luftabwehrsystem Skynex demonstriert. Das Video, das Rheinmetall auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht hat, zeigt: Die 35-Millimeter-Kanone kann ganze Schwärme anfliegender Drohnen abwehren. Beim Zielen hilft ein Feuerleitprozessor, die Reichweite beläuft sich auf rund vier Kilometer. Pro Minute gibt die Maschinenkanone bis zu 1000 Schuss ab.

Taliban und IS nutzten Selbstbau-Drohnen
Wie wichtig eine effektive Drohnenabwehr für Streitkräfte in aller Welt heute ist, zeigte sich in den letzten Jahren bei bewaffneten Konflikten im Nahen Osten - etwa in Afghanistan, im Irak oder in Syrien. Bereits 2017 nutzten IS-Terroristen mit Bomben bestückte Hobbydrohnen für Angriffe, auch die Taliban in Afghanistan setzten zuletzt solche Selbstbau-Drohnen ein.

Eine potenzielle Gefahr orten Armeen und Regierungen auch in kompakten militärischen Drohnen, die teilweise bereits autonom Ziele angreifen können. Ein solcher Fall wurde vergangenes Jahr in Libyen dokumentiert, wo eine türkische Kamikaze-Drohne vom Typ „Kargu“ erstmals autonom einen Angriff auf Menschen durchführte.

Britische und US-Streitkräfte entwickeln Drohnenschwärme
Einige Streitkräfte erproben auch Drohnenschwärme aus kleinen entbehrlichen Flugkörpern, die in großer Zahl feindliche Linien durchdringen und dem Gegner Verluste zufügen sollen. Solche Systeme haben etwa die militärische US-Forschungseinrichtung DARPA und das britische Verteidigungsministerium bereits skizziert.

Wissenschaftler fordern angesichts dieser Entwicklungen schon länger eine Regulierung autonomer Waffensysteme, bei denen ein Computer über Leben und Tod entscheidet. Erst im Dezember gab es dazu Verhandlungen in Genf. Eine Ächtung autonomer Waffen scheiterte allerdings am Widerstand großer Waffenexporteure wie Israel, Russland und den USA.

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