Pilotprojekt regt auf

Kastriert oder nicht? Chip-Ärger bei Tierschützern

Ein Pilotprojekt in Niederösterreich sorgt für Aufregung bei heimischen Tierschützern. Streunerkatzen dürfen zur Bestätigung einer Kastration nun auch gechippt werden. Weil zur Kontrolle das Tier aber eingefangen werden muss, befürchtet man einen massiven Mehraufwand und deutlich mehr Stress für die Tiere.
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Ist der Streuner bereits kastriert oder nicht? Diese Frage konnten Tierschützer bis vor kurzem aus sicherer Entfernung oder mittels Bildern von Wildtierkameras beantworten. Mit einem Blick auf das Ohr. Denn bislang wurde der Eingriff gegen ein unkontrolliertes Vermehren mit einem Schnitt im Ohr sichtbar gemacht.

Umstrittene Methode
Doch diese Methode ist umstritten. Auf Vorschlag der Tierärztekammer wurde daher vereinbart, dass in Niederösterreich die Kennzeichnung heuer auch mittels Mikro-Chip erfolgen kann. Bei Tierschützern kommt dabei aber keine Freude auf.

Offener Brief
Die Pfötchenhilfe Mistelbach, die bereits knapp 2000 wild lebende Katzen kastriert hat, wandte sich daher mit einem offenen Brief an Landesrat Gottfried Waldhäusl und Tierärztekammer-Präsident Bernhard Kammerer. „Unsere Arbeit wird durch die Wahlmöglichkeit massiv erschwert“, heißt es darin. Denn nun müssen Streuner ohne Ohrmarkierung erst mühsam eingefangen werden, um zu kontrollieren, ob sie schon kastriert wurden. „Das ist ein Mehraufwand, den wir personell nicht schaffen.“

Kontrolle mit Besenstil
Dazu kommt das Problem der Kontrolle: „Wer von Ihnen hat schon einmal bei einer gegen das Gitter springenden Katze den möglichen Chip abgelesen? Wir arbeiten teilweise mit einem Lesegerät auf einem Besenstil“, schreibt der Verein.

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