„Ich bin panisch“

Lobau-Aktivisten werden nun psychologisch betreut

Nach dem Brand einer Holzhütte im Lobau-Camp von Klimaschutzaktivisten hat die Wiener Polizei am Montag weiter in alle Richtungen ermittelt. Ein Ergebnis der Spurenauswertung liegt aber immer noch nicht vor. Die Ermittlungen wegen des Brands laufen in alle Richtungen. Die Aktivisten werden indes psychologisch betreut.

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„Wir stehen draußen, barfuß oder in Socken und schauen dem Feuer zu, wie es wächst und wächst und wächst. Ich bin panisch.“ Mit diesen Worten schildert ein betroffener Aktivist den Brandanschlag auf das Lobau-Camp vergangenen Freitag.

Durch großes Glück konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieben körperlich unverletzt. Welche psychischen Auswirkungen jedoch der mutmaßliche Anschlag auf die Aktivisten, unter denen auch 16- und 17-Jährige sind, hat, ist noch nicht absehbar. „Hätten wir geschlafen oder wären weniger aufmerksam gewesen, wäre ich vielleicht nicht mehr am Leben“, sagt ein Opfer. Für alle Betroffenen wurde nun psychologische Hilfe bereitgestellt.

Polizei sucht eifrig nach dem Brandstifter
Bereits am Samstag erhärtete sich der Verdacht, dass das Feuer gelegt worden war. Auch der Zeuge, der in der Brandnacht einen sich entfernenden Radfahrer gesehen hat, ist einvernommen worden. Er lieferte wertvoll Hinweise, hieß es. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, das Ergebnis der Spurenauswertung liegt noch nicht vor“, so die Wiener Polizei am Montag. Es werde in alle Richtungen untersucht.

Aktivisten wollen nicht aufgeben
Die Aktivisten lassen sich nicht einschüchtern und wollen weitermachen. Der Protest werde aufgrund eines solchen Vorfalls sicher nicht abreißen, heißt es. Sichtbares Zeichen dafür ist eine in kürzester Zeit errichtete neue Hütte als Witterungsschutz. „Der Bau der neuen Unterkunft war wichtig, um das Geschehene zu verarbeiten“, sagt Lena Schilling. Silvester haben die Aktivisten im Camp in Form einer stillen Mahnwache verbracht.

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Der Bau der neuen Unterkunft war wichtig, um das Geschehene zu verarbeiten.

Aktivistin Lena Schilling

Am Sonntag fanden sich zudem Hunderte Menschen im Camp ein, um an der Solidaritätskundgebung nach dem Anschlag teilzunehmen.

Bürgermeister Ludwig schweigt zu Vorfall
Während der Brandanschlag auf die Klimaaktivisten auch in Teilen der Politik einen Aufschrei erzeugte, weigerte sich Bürgermeister Ludwig bisher, die mutmaßliche Brandstiftung zu verurteilen. „Der Brandanschlag hätte beinahe acht jungen Menschen das Leben gekostet. Dass Bürgermeister Ludwig diese furchtbare Gewalttat verharmlost, macht uns fassungslos“, so Schilling.

Kritik an der Reaktion des Wiener Bürgermeisters kommt auch von der Umweltorganisation VIRUS. „Brandanschläge, bei denen konkret acht Menschenleben gefährdet wurden, sind klar zu verurteilen. Bürgermeister Ludwig muss dies nachholen, wenn er als würdiger Amtsinhaber ernst genommen werden will“, sagt Sprecher Wolfgang Rehm.

Ein Sprecher Ludwigs wies den Vorwurf zurück. Der Bürgermeister habe den Vorfall nicht verharmlost, wurde versichert.

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