24.12.2021 14:55 |

Walchs Schwung-Ansatz

Vorarlbergs Skiherren befinden sich im Aufschwung

13 der insgesamt 36 Saisonrennen im Weltcup der Skiherren sind gefahren. Zeit für „Krone Vorarlberg“-Skiexperte Magnus eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Und die fällt durchaus positiv aus.

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2021 neigt sich dem Ende zu. Zeit für ein erstes Resümee. Das letzte Herren-Weltcuprennen des Jahres mit Vorarlberger Beteiligung ging am Mittwochabend in Madonna di Campiglio über die Bühne. Ein Vorarlberger hat dort gezeigt, dass sich unsere Herren vor allem in den technischen Disziplinen im Aufschwung befinden. Johannes Strolz klassierte sich im ersten Lauf auf Zwischenrang elf und war damit bestplatzierter Österreicher - und das als kaderloser Athlet! Zurückhaltung oder Taktieren war sichtlich auch im zweiten Durchgang nicht seine Devise. Nur wer am Limit fährt, fährt vorne mit. Wer am Limit fährt, riskiert aber auch Fehler. Der Einfädler ist schnell passiert und ließ Johannes mit leeren Händen zurück in die Heimat fahren. Kein Trost, aber trotzdem ein bisschen beruhigend: Er war damit nicht allein. Selbiger Fehler wurde in Madonna auch anderen Läufern wie Henrik Kristoffersen zum Verhängnis.

Zum Verhängnis wurde einem anderen Vorarlberger kein Einfädler, sondern ein positiver Coronatest. Kurz vor dem Slalom im Trentino wurde Christian Hirschbühl daher vorzeitig in die Weihnachts-Quarantäne geschickt. Zwar hat er auch im ersten Slalom der Saison in Val d’Isere noch nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft, seinen persönlichen Jahresrückblick kann er aber trotzdem mit einem Lächeln schreiben. Das ganze Land hat sich mit ihm über seinen ersten Weltcupsieg beim Parallel-Event in Lech-Zürs mitgefreut. Das Ergebnis langer und harter Arbeit. Hoffen wir, dass er die Corona-Infektion schnell übersteht und dann bereit ist, für den intensiven Slalom-Jänner.

Das Parallel-Event in Zürs war auch für Patrick Feurstein die Initialzündung. Endlich hat es dort mit den ersten Weltcuppunkten für ihn geklappt. Beim Riesentorlauf in Val d’Isere ist ihm dann so richtig der Knopf aufgegangen. Und was Patrick in Alta Badia abgeliefert hat, kann ich immer noch kaum fassen. Vor allem mit seiner Performance im zweiten Durchgang hat er gezeigt, dass er absolut das Potential zum Siegläufer hat. Sein Lieblingsrennen in Adelboden steht als nächstes am Programm. Obwohl mich fast selbst wieder der Ehrgeiz packt, wenn ich an das Rennen am Chuenisbärgli denke, kann ich es kaum erwarten, ihm dort zuzusehen.

Der Erfolgslauf von Patricks Cousin Lukas wurde nach dem starken Europacupauftakt mit zwei Podestplätzen leider von einer Verletzung gestoppt. Noch ist unklar, wann er sein Comeback geben wird. Dass er nicht viel Training braucht, um wieder in Form zu sein, hat er aber in der Vergangenheit schon einige Mal bewiesen. Ihn habe ich in den nächsten Jahren nicht nur im Riesentorlauf, sondern auch im Slalom und Super-G stark auf der Rechnung.

Apropos Super-G. Während im Weltcup derzeit keine Vorarlberger in den Speed-Disziplinen am Start stehen, festigen sich neben Lukas auch die VSV-Athleten in den schnellen Disziplinen. Simon Fleisch konnte schon zwei FIS-Super-Gs und zwei Alpine Kombinationen für sich entscheiden. Auch Martin-Luis Walch, Kilian Böck und Paul Vonier standen heuer schon am Speed-Podest.

Und wie sieht es sonst aus bei den heimischen Skirennläufern? Noel Zwischenbrugger zeigte mit starken Laufzeiten im Europacup auf, Jakob Greber verpasste mit Rang 31 knapp seine ersten Europacuppunkte beim Slalom in Obereggen, Jakob Greber gewann ein National Junior Race in Zinal, und Thomas Dorner bekommt diese Saison endlich öfters die Möglichkeit, im Weltcup Erfahrung zu sammeln. Ihm will es nach seinem starken Auftritt beim Flexenrace noch nicht hundertprozentig ins Laufen kommen. Seine Trainingsleistungen und Teilzeiten lassen aber hoffen, dass er bald auch im Riesentorlauf im Weltcup anschreiben wird.

Das Gefühl, dass unsere Skiherren im Aufschwung sind, belegt auch die Anzahl der Weltcuppunkte. Gab es in der gesamten Saison 2015 keinen einzigen Punkt, stehen heuer zum Jahreswechsel bereits 181 Weltcuppunkte auf dem Konto der Vorarlberger Herren. Eine erste Zwischenbilanz werde ich nächste Woche nach den Rennen in Lienz auch für die Damen ziehen. Diese geben in der internen Vorarlberg-Wertung in den letzten Jahren eindeutig den Ton an. Langsam kommen die Jungs aber immer näher…

Magnus Walch
Magnus Walch
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