12.12.2021 10:49 |

Wohnhaus zerstört

Mehrere Todesopfer nach Gasexplosion auf Sizilien

Eine schwere Explosion hat am Samstagabend auf Sizilien ein Wohnhaus zum Einsturz gebracht und zumindest drei Menschen das Leben gekostet. Die Leichen von zwei Frauen und eines Mannes konnten geborgen werden, wie die Feuerwehr am Sonntag mitteilte. Zwei Frauen zogen die Retter in dem Ort Ravanusa lebend aus den Trümmern. Mindestens sechs Menschen gelten nach Angaben des Zivilschutzes noch als vermisst, darunter auch eine Schwangere.

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Bei den Todesopfern könnte es sich um Mitglieder einer selben Familie handeln, berichteten italienische Medien. Unter den Vermissten befinden sich keine Kinder. Die Suche war schwierig, da wegen eines Gaslecks immer wieder Flammen aufflackerten. Insgesamt seien 50 Menschen obdachlos geworden, sagte Ravanusas Bürgermeister Carmelo D‘Angelo. Die Ortschaft zählt circa 11.000 Einwohner.

Die Bevölkerung rief der Bürgermeister nach der Explosion umgehend zur Hilfe auf. „Jeder mit Schaufeln und Bulldozern“ solle helfen, schrieb er im Online-Netzwerk Facebook. Er sprach von einem „Desaster“.

Spürhunde suchten Opfer in den Trümmern
Es war etwa 20.30 Uhr, als ein lauter Knall die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Vermutlich war eine defekte Gasleitung Auslöser des Unglücks. Durch die Detonation stürzte das vierstöckige Haus ein, anliegende Gebäude wurden teils zerstört. Videos der Feuerwehr zeigten Trümmerteile in weiter Entfernung, Staub und Schuttberge. Immer wieder flammten Feuer auf. Spürhunde suchten in den Trümmern. Betroffen war ein 10.000 Quadratmeter großes Gelände.

Sechs Gebäude zerstört: „Das Szenario eines Kriegs“
Insgesamt wurden mindestens sechs Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, berichtete Ansa über „das Szenario eines Kriegs“ in der sizilianischen Stadt. „Es scheint wie Beirut", sagte der Chef des regionalen Zivilschutzes, Salvo Cocina, der Nachrichtenagentur Adnkronos mit Blick auf die verheerende Explosion in der libanesischen Hauptstadt. Er sprach von zersplittertem Glas und Trümmern, die Dutzende Meter vom Ort der Explosion weggeschleudert worden seien.

Wie es genau zu der Explosion kam, muss nun untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Auf einmal war das Licht weg, und dann kamen das Dach und der Boden runter“, zitierten Medien die 80 Jahre alte Bewohnerin Rosa Carmina, die aus dem Haus gerettet wurde. Sie sei unter Schutt eingeklemmt gewesen und habe um Hilfe geschrien. Der Bürgermeister des etwa 10.000 Einwohner zählenden Ortes bei Agrigent im Süden der Insel spricht von einer „Tragödie“. „Mehr als drei Wohnhäuser sind von den Flammen erfasst worden. Da sind Stimmen unter den Trümmern“, sagte Carmelo D‘Angelo. 

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