02.12.2021 13:44 |

Nach Flüchtlingsdrama

Macron soll Johnson als „Clown“ bezeichnet haben

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist offenbar sehr erzürnt darüber, wie der britische Premier in der Flüchtlings-Problematik im Ärmelkanal verhält. In einer privaten Konversation machte er laut einem Politmagazin seinen Ärger über Boris Johnson Luft: „Es ist traurig zu sehen, dass ein großes Land, mit dem wir viele Dinge tun könnten, von einem Clown angeführt wird.“

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Der Stein des Anstoßes kam nach dem Sinken eines Flüchtlingsboots vergangene Woche ins Rollen. Nach der Tragödie telefonierten Macron und Johnson miteinander - der Brite preschte danach allerdings ohne weitere Absprache mit einem Tweet mit einem Fünf-Punkte-Plan vor, in dem er Lösungsansätze vorstellte. „Ich habe vor zwei Tagen ernsthaft mit Premierminister Johnson gesprochen“, ärgerte sich Macron danach auf einer Pressekonferenz. „Ich für meinen Teil mache das weiterhin, wie ich es mit allen Ländern und allen Staats- und Regierungschefs tue. Ich bin überrascht von diesen unseriösen Methoden. Wir kommunizieren zu diesen Themen von einem Staatsmann zum anderen nicht durch Tweets und Briefe, die wir veröffentlichen.“

Macron: „Es ist immer der gleiche Zirkus“
In einem privaten Gespräch soll Macron dann noch einmal deutlicher geworden sein, was er von Johnson hält, wie „Le Canard enchaîné“ berichtete: „BoJo redet auf Hochtouren mit mir, alles läuft gut, wir diskutieren wie große Leute, und dann macht er uns vorher oder nachher auf unelegante Weise das Leben schwer. Es ist immer der gleiche Zirkus.“ Der Franzose soll weiters seinen Beratern erzählt haben, Johnson habe sich privat dafür entschuldigt, dass er Frankreich in der Ärmelkanal-Krise öffentlich als Sündenbock dargestellt habe. Macron erklärte dazu, er finde es schade, dass Großbritannien von einem „Clown“ geführt werde.

Diplomatin: Beziehungen „seit Waterloo nicht mehr so schlecht“
Die Beziehungen zwischen Frankreich und Großbritannien sind aktuell alles andere als harmonisch. Die ehemalige französische Botschafterin in Großbritannien, Sylvie Bermann, erklärte gegenüber Times Radio, dass diese „seit Waterloo nicht mehr so schlecht waren“. Nicht nur die steigende Anzahl an Migranten, die die gefährliche Überfahrt von Frankreich über den Ärmelkanal zum Inselstaat riskieren, sorgen für Spannungen. Nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU kam es auch zu vielen Streitigkeiten, beispielsweise über Fischereirechte.

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