17.11.2021 07:40 |

Laut Landeshauptmann

Leoben: Asyl-Großquartier wird schon bald bezogen

Seit der Vorwoche ist bekannt, dass die ehemalige Baumax-Halle in Leoben wieder als Asyl-Großquartier reaktiviert wird. Das Thema wurde am Dienstag auch im steirischen Landtag debattiert. Dabei ließ Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer aufhorchen: „Bald“ werden die ersten Flüchtlinge dort eintreffen, sagte er.

Der frühere Baumarkt wurde in Folge der großen Flüchtlingsbewegungen 2015 und 2016 zu einem Asylquartier. Immer wieder gab es Gerüchte, dass es reaktiviert wird. Bisher haben sie sich aber nie bewahrheitet. Bisher.

Seit letzter Woche ist bekannt: Angesichts stark steigender Asylanträge und der Corona-Lage wird das Quartiert des Bundes wieder hochgefahren. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer hat davon - ebenso wie Soziallandesrätin Doris Kampus - bereits am 3. November erfahren. Die Leobner Bürgermeister Kurt Wallner, ein SPÖ-Parteikollege von Kampus, wurde nicht informiert.

„Das kann sich Österreich nicht leisten“
Die Angelegenheit ist ein aufgelegter Elfmeter für die FPÖ, die im Landtag eine Dringliche Anfrage an Schützenhöfer stellte. Der Leobner Mandatar Marco Triller räumte zwar ein, dass es keine Flüchtlingsbewegung wie 2015 gibt - die Zahl der Asylanträge wird heuer aber schon jener von 2016 (42.000) nahekommen. „Das kann sich Österreich nicht leisten.“

Polizei verstärkt Streifendienst
Schützenhöfer gestand in seiner  Antwort ein, dass ihm die globalen Krisen große Sorgen bereiten. Mauern und Stacheldraht wären aber nicht die Lösung, es brauche europäische Solidarität. Die wird in der steirischen Landstube zwar nicht hergestellt - es gibt aber auch Konkretes für Leoben: Sobald Flüchtlinge eintreffen, wird der Streifendienst der Polizei verstärkt, so der Landeshauptmann. Auch soll es rund um die Uhr Sicherheitspersonal geben. Schützenhöfer betonte, in Kontakt mit Innenminister Karl Nehammer zu sein.

Bürgermeister wünscht sich Verlegung der Teststraße
Verärgert ist der in dieser Sache machtlose Leobner Bürgermeister Kurt Wallner. Er fordert, dass die Halle wieder als Teststraße zur Verfügung steht. Die aktuellen Räumlichkeiten im ehemaligen Interspar-Restaurant in der Vorderberger Straße seien dem Ansturm kaum gewachsen. Menschen müssten sich stundenlang bei niedrigen Temperaturen anstellen. Zudem sei die Baumax-Halle „in keinster Weise dafür geschaffen, Menschen unterzubringen.“

Jakob Traby
Jakob Traby
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