17.11.2021 08:00 |

Impf-Selbsttest

Haltestelle Schallmoos: Drittstich im Impfbus

Was in Wien schon länger gilt, ist jetzt auch für Salzburg fix: Die Covid-Booster-Impfung ist ab sofort schon nach vier anstatt bisher sechs Monaten möglich. Der dritte Stich für Salzburger ist auch der Grund, weshalb viele aktuell zu Impfstationen in Stadt und Land gehen. Manchmal kommt die Auffrischung per Bus auch zu ihnen.

Der Busmotor läuft. Es ist ein grauer Dienstagmorgen in Schallmoos. Vor einem Einkaufszentrum hält an diesem Tag der Impfbus des Landes. Es ist 8.39 Uhr. Gut 40 Menschen stehen in der Schlange. Mitarbeiter des Einkaufszentrums und der Busfahrer unterhalten sich darüber, wo die Menschen später alle hinsollen. Es werden allein in den nächsten eineinhalb Stunden etwa 160 Impfwillige sein.

Ab 9 Uhr wird geimpft. Zwei Minuten verspätet geht die Bustüre auf, der erste Mann steigt ein. Die Schlange wächst weiter. In der Reihe, die sehr diszipliniert der Kälte trotzt, wird über den Erststich genauso gesprochen wie übers Nicht-Impfen. Über Quarantäne, Parkpickerl oder auch, ob Zigaretten früher besser geschmeckt hätten. Eine junge Frau stellt sich zur Schlange, sie fragt eine andere, ob sie wegen der Auffrischungsimpfung hier sei. Die zweite verneint, sie sei schwanger und es sei der Erststich.

„Es ist urkalt, Schatzi. Du spinnst ja!“
Ein junger Mann vergisst die Lücke zum Vordermann zu schließen. Sein Vater kommt aus dem Einkaufszentrum und weist ihn darauf hin, sein Handy wegzustecken und nachzurücken. Der junge Mann murrt. Später freut er sich, dass er vom Vater die Kappe mit Ohrenklappen zum Aufwärmen bekommt. Die junge Frau mit dem Drittstich ist mittlerweile verschwunden. Zur Schwangeren stellt sich der Partner dazu. Er wird von ihr ermahnt, dass er zu dünn angezogen sei. „Es ist urkalt, Schatzi. Du spinnst ja“, sagt sie. Es ist kurz vor 10 Uhr. Die Schlange staut sich ums Eck herum. Um 10 Uhr stehen Vater und Sohn bei der Registrierung im Bus. Zehn Minuten später sind beide geimpft und gleich danach weg.

Die eigene Impfung ohne Anmeldung, der dritte Stich, rückt näher. Das Formular ist ausgefüllt, Impfpass und e-Card sind bereit. Nur: Die Dienstag noch geltende sechsmonatige Frist seit dem Zweitstich ist noch nicht erfüllt. Die Auffrischung klappt aber ohne Probleme. Eine freundliche Rot-Kreuz-Mitarbeiterin, eine nüchtern-kritische Ärztin. Kurzes Warten im Bus. Es ist 10.11 Uhr und die Schlange wächst immer noch.

Maximilian Kronberger
Maximilian Kronberger
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