14.11.2021 20:45 |

Es ist fix!

Lockdown für Ungeimpfte im Nationalrat beschlossen

Ein österreichweiter Lockdown für Ungeimpfte ab Montag ist fix, am Abend stimmte der Hauptausschuss des Nationalrats zu. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hatte bereits im Vorfeld der Sitzung bei einer Pressekonferenz auch weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen, sollte die Dynamik bei den Neuinfektionen anhalten.

Rund zwei Millionen Menschen ohne 2G-Nachweis dürfen ab Montag ihre Wohnung nur aus den von früheren Lockdowns bekannten Gründen verlassen - also etwa für notwendige Besorgungen, Arbeit und Ausbildung oder für körperliche und psychische Erholung. Ausgenommen sind Kinder und Schwangere. Die Polizei will streng kontrollieren.

Ohne Stich kein Spaß mehr
Von den Ausgangsbeschränkungen betroffen sind Personen, die weder über ein gültiges Impfzertifikat verfügen noch nachweisen können, in den letzten 180 Tagen eine Corona-Infektion überwunden zu haben. Schon bisher waren sie von Lokalbesuchen oder vom Zutritt zu Sportanlagen und Friseuren ausgeschlossen. Neu ist für Ungeimpfte nun, dass sie auch beim Einkaufen auf die Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens beschränkt werden.

Weiterhin möglich bleibt der Gang zum Arzt und zu sonstigen Gesundheitsdienstleistungen oder der Weg zur Impfung. Auch die „Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse“ sowie der Weg zur Schule oder Universität wird möglich sein. Kinder unter zwölf Jahren sind von den Beschränkungen gänzlich ausgenommen. Erstgeimpfte können sich mit einem PCR-Test „freitesten“. Kinder unter zwölf Jahren sind vom Lockdown ausgenommen, für ältere schulpflichtige Kinder gilt der Ninja-Pass als Befreiung.

Experten zweifeln an Effekt
Experten hatten im Vorfeld eine Kontaktreduktion um zumindest 30 Prozent gefordert. Dieses Ziel bestätigte am Sonntag auch Mückstein. Ob dies mit einem Lockdown allein für Ungeimpfte möglich ist, wird von vielen Experten aber bezweifelt. Ein von 33 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern am Freitag veröffentlichtes Papier plädiert u.a. auch für eine „2G plus“-Regel, bei der auch Geimpfte und Genesene für Lokalbesuche einen PCR-Test vorweisen müssten.

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