Junge Linzer Malerin

Herrscherbilder: „Jeder soll sich darin finden“

„Es ist mein erster Preis, den ich gewonnen habe“, jubelt Theresa Cellnigg (29). Die talentierte Malerin aus Linz erhielt den „Künstlerinnen-Preis der Soroptimistinnen“, der zum zweiten Mal vergeben wurde. Es gab 53 Einreichungen, Cellnigg überzeugte mit ihrer Serie „Herrscherinnen“, Sinnbilder für seelische Zustände.

„Krone“: Wie sind Sie zur Malerei gekommen?
Theresa Cellnigg: Ich wollte schon als kleines Mädchen Künstlerin werden. Ich kann mich noch an ein Picasso-Buch für Kinder erinnern, das ich bekommen habe, das war eigentlich meine erste Begegnung mit Kunst. Heute gehört das Malen einfach zu mir.

Ihr großes Thema?
Ich will mit Leinwand und Pinsel mein Inneres erforschen und mein Umfeld ertasten. Ich würde sagen, es ist eine Auseinandersetzung mit dem, was ich als Mensch bin. Ich versuche herauszufinden, woher wir kommen und warum wir so sind, wie wir sind. In meiner Bildserie „Herrscherinnen“ geht es vor allem aber auch um Selbstermächtigung.

Fügen Sie in Ihre „Herrscherinnen“-Serie auch Gesichter von lebenden Personen ein?
Ich blätterte einen Kunstkatalog mit Bildern von alten Meistern durch und fragte mich: Welche Motive sprechen mich an, welche Frauen, welcher Ausdruck? Dann füge ich diese Motive mit eigenen Symbolen zusammen. Lebende Gesichter habe ich nur zweimal eingefügt, bei 35…Bildern. Die Herrscherinnen stellen keine bestimmten Personen dar, sondern haben neutrale Gesichter, so kann sich jeder im Gefühlsausdruck darin selbst finden.

Wie oft arbeiten Sie in Ihrem Atelier?
Normalerweise drei Tage in der Woche. Als Malerin zu arbeiten, bedeutet nicht, dass man ständig an der Staffelei steht. Ich muss alle möglichen Sachen machen, heute zum Beispiel war ich in einem Steuer-Webinar. Ich bin nicht nur Künstlerin, sondern Managerin, Grafikerin, habe Bürokram zu erledigen. Zusätzlich arbeite ich noch als Kuratorin für einen Verein. Das gehört eben alles zusammen. Trotzdem bin ich sehr produktiv, normalerweise male ich ein Bild in der Woche.

Wo sehen Sie sich künstlerisch in zehn Jahren?
Ich will auf jeden Fall gute Kunst machen, ich wäre dann gerne bei einer guten Galerie und möchte von meiner Kunst leben können. Und ich will damit viele Menschen berühren.

Sie haben nun den Kunstpreis der Soroptimistinnen erhalten.
Mein erster Preis! Er bedeutet mir wirklich viel!

www.instagram.com/cellnigg

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Montag, 29. November 2021
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