07.11.2021 17:00 |

Viele Tiroler seufzen

Satte Stromrechnung als späte Folge der Pandemie

Mit teils kräftigen Nachzahlungen, die sie leisten müssen, bzw. auch höheren künftigen Monatsraten sehen sich Kunden von Stromanbietern in Tirol derzeit konfrontiert. In einem Fall handelt sich sogar um stolze 20 Prozent. Die „Tiroler Krone“ hat nachgefragt, woran das liegt. „Corona ist schuld“, lautet der Tenor.

Mehrere Anrufe und E-Mails von Personen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten, langten in den vergangenen Tagen in der Redaktion der „Tiroler Krone“ ein. Sie alle vereint dasselbe Schicksal: Der Stromanbieter fordert zum Teil recht hohe Nachzahlungen für den Verbrauch und erhöht im selben Atemzug freilich auch die kommenden Raten. Auf Nachfrage bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB) sowie dem Landesversorger Tiwag kommt dieselbe Antwort: Die Pandemie ist schuld an der Misere.

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Die Tarife im Standardsegment sind seit April 2020 unverändert. Erhöhte Nachzahlungen können damit grundsätzlich lediglich aus einem in der Corona-Zeit erhöhten Stromverbrauch bei Privathaushalten entstehen.

Ein Sprecher der Tiwag

Keine Zählerablesungen während des Lockdowns
So heißt es bei der Tiwag, dass „die Tarife im Standardsegment seit April 2020 unverändert sind. Erhöhte Nachzahlungen können damit grundsätzlich lediglich aus einem in der Corona-Zeit erhöhten Stromverbrauch bei Privathaushalten entstehen“. Weiters wird erklärt, dass „aufgrund des Lockdowns in 2020 vielfach keine Zählerablesungen durchgeführt werden konnten und der Verbrauch auf Basis des Vorjahresverbrauches von 2019 rechnerisch ermittelt werden musste“.

„Bekommen von Kunden laufend Anfragen“
Im heurigen Jahr konnten wieder die tatsächlichen Zählerwerte der Abrechnung zugrundegelegt werden, womit allfällige Mehrverbräuche in 2020 in der Abrechnung 2021 abgerechnet wurden. Abschließend betont die Tiwag, dass man „die Strom- und Gaspreise im Standardsegment für die laufende Heizperiode trotz zuletzt deutlich gestiegener Großhandelspreise für Strom und Gas stabil halten“ werde.

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Die Leute haben plötzlich täglich gekocht, hatten den PC oder Laptop den ganzen Tag in Verwendung und die Kinder waren im Homeschooling. Dadurch steigt der Verbrauch natürlich.

Reinhard Hilber

„Bekommen von Kunden laufend Anfragen“
Auf dieselben Gründe führt man auch bei den IKB die Nachzahlungsaufforderungen zurück. „Wir erhalten derzeit immer wieder diesbezügliche Anfragen von unseren Kunden“, sagt Reinhard Hilber, der Abteilungsleiter des Kundencenters. Durch die Lockdowns 2020 wurden viele ins Homeoffice gezwungen und verbrachten wegen der Ausgangsbeschränkungen freilich auch sehr viel Zeit in den eigenen vier Wänden.

„Die Leute haben plötzlich täglich gekocht, hatten den PC oder Laptop den ganzen Tag in Verwendung und die Kinder waren im Homeschooling. Dadurch steigt der Verbrauch natürlich“, betont Hilber.

„Den Verbrauch immer wieder kontrollieren“
Wo Kunden nicht selber den Stromverbrauch ablesen konnten und auch keine „Smart Meter“ zur Verfügung standen, mussten die Mitarbeiter der IKB schätzen. Und wie bei der Tiwag konnte man erst heuer wieder die tatsächlichen Werte ablesen. Laut Hilber habe es auch Kunden gegeben, die während des Lockdowns vorsorglich um eine Erhöhung der Teilbeträge gebeten haben, damit sie am Ende keinerlei böse Überraschung erleben mussten.

Prinzipiell empfiehlt der Experte abschließend, dass „man, sofern die Möglichkeit besteht, den Zählerstand am besten monatlich abliest. So behält man den Überblick“. Ein weiterer Vorteil sei, dass dadurch auch eventuelle „Stromfresser“ identifizieret werden können, die man dann durch neuere Geräte ersetzen kann.

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