03.11.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Neun Minuten, die nie vergessen werden

Es gibt Ereignisse, die sich so tief ins Gedächtnis graben, dass man auch Jahre später noch weiß, wo man damals war und was man gemacht hat. 9/11, der Anschlag auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001, ist so ein Fall. Der 2. November, der Tag, an dem der islamistische Terror nach Österreich kam, wird auch so ein Datum werden. Einprägsam, schmerzhaft und nie vergessen.

Rasch war klar, dass im Vorfeld des Terrorangriffs viele Fehler passiert sind, dass wichtige Informationen nicht weitergegeben wurden, die involvierten Stellen nicht miteinander vernetzt waren. Ingeborg Zerbes, Strafrechtsprofessorin und Leiterin der Terrorkommission, sprach in der „ZIB 2“ von „Schlamperei“ und „systemischem Versagen“, und sie ortet nun ein „Verschieben der Verantwortung auf Einzelpersonen, statt die Verantwortung des Systems in Angriff zu nehmen“.

Kaum war vor einem Jahr die erste Betroffenheit abgeklungen, schoben sich das türkise Innen- und das grüne Justizministerium gegenseitig die Schuld zu. Das war ebenso wenig eine Sternstunde der Regierung wie die schleppende und ursprünglich äußerst geringe Entschädigung der Opfer. Erst im September wurde die Hilfe schließlich aufgestockt und ein eigener Fonds eingerichtet. Viele der Überlebenden, Betroffenen und Angehörigen der Opfer fühlen sich von der Politik allein und im Stich gelassen.

Auch nach einem Jahr sind noch viele Fragen offen. Wunden sowieso.

Doris Vettermann
Doris Vettermann
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