22.10.2021 06:01 |

Gespart wie noch nie

Österreichs Haushalten gehören knapp 800 Mrd. Euro

Wegen des Corona-bedingten Einbruchs des Konsums um 7,2 Prozent sparten die Österreicher so viel wie nie - und wurden so deutlich reicher! So erhöhten die Haushalte ihr Vermögen im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf enorme 778 Milliarden Euro. Insgesamt veranlagten wir um 70 Prozent mehr als vor der Pandemie.

Im ersten Halbjahr 2021 erreichte das Vermögen sogar einen neuen Rekordwert von 799 Milliarden Euro. Im Schnitt 273 Euro mehr sparte ein Haushalt 2020 pro Monat an, auch die Nachfrage nach Bargeld stieg infolge von Corona.

„Das Phänomen der gestiegenen Sparleistung ergibt sich aus einem massiven Konsumverzicht und darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Pandemie österreichische Privathaushalte wirtschaftlich vor große Herausforderungen stellte“, betont Johannes Turner von der Nationalbank.


Nettoeinkommen und Konsum gesunken

Erstmals seit Jahren nahm das Nettoeinkommen 2020 um 0,7 Prozent ab, das sind 37 Euro pro Haushalt im Monat. Gleichzeitig sank aber der Konsum um ganze 310 Euro, was in der Differenz ein zusätzliches Sparen von 273 Euro ergibt. Vor allem im Tourismus und der Gastronomie gaben wir in Folge der Lockdowns weniger aus, 168 Euro betrug da der monatliche Einbruch. Die Ausgaben für Verkehr (minus 89 Euro) sowie Freizeit und Kultur (minus 79 Euro) wurden ebenso deutlich weniger.

Im Schnitt lag die Sparquote 2020 laut Nationalbank bei 14 Prozent, das ist sogar höher als bei der Finanzkrise 2009. Derzeit gehen Experten aber von einem Abnehmen auf zehn bis elf Prozent aus. Im ersten Halbjahr legten die Österreicher mit rund zehn Milliarden Euro bereits weniger an, die Hälfte davon am Kapitalmarkt.

Peter Stadlmüller
Peter Stadlmüller
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