17.10.2021 12:00 |

Immer mehr Fälle

„Corona-Schulen“ im Visier steirischer Behörden

Sie schießen wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden: Privatschulen, mutmaßlich geführt von Corona-Leugnern. Seit die „Steirerkrone“ aufgedeckt hatte, dass in Murau eine „Corona-Schule“ aufgeflogen ist, mehren sich bei den Behörden Meldungen über ähnliche Fälle. So wird nun mit Argusaugen der Aufbau des Bildungsinstituts „InVia“ in Grafendorf bei Hartberg beobachtet.

Im Rahmen einer Aktion wurde von Polizei, Bildungsdirektion und Bezirkshauptmannschaft eine Frau aus Murau mit dem Vorwurf konfrontiert, sie betreibe illegal eine Art Privatschule, in der mehrere Kinder unterrichtet werden. Die mutmaßliche „Lehrerin“ wies die Vorwürfe zurück, Bezirkshauptmann Florian Waldner sind nach wie vor die Hände gebunden: „Uns fehlt der schlagende Beweis.“

Polizei darf nicht in die „Klasse“
Eine Lerngruppe soll sich auch in Graz, Messendorfberg 64, zum Unterricht versammeln. Anrainer meldeten, dass täglich Kinder im schulpflichtigen Alter mit Rucksäcken eine Wohnung betreten. Doch auch in diesem Fall heißt das Motto für die Exekutive: bis hierhin und nicht weiter! Ohne Durchsuchungsbefehl darf die vermeintliche „Klasse in der Wohnung“ nämlich nicht betreten werden.

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Die Nachfrage ist enorm. Online haben wir schon über 100 Teilnehmer aus Österreich und dem Ausland, wie zum Beispiel Russland.

Adolf Prugner

„Ein der heutigen Zeit angepasstes Lernen“
Im Visier der Behörden ist zudem ein im Aufbau befindliches Bildungsinstitut in Grafendorf bei Hartberg. „InVia“ verspricht „ein der heutigen Zeit angepasstes Lernen“ und „eine Schule, die keine stundenlangen Hausaufgaben braucht“. Der Corona-kritische Hartberger Unternehmer Adolf Prugner setzt vorerst nur auf Online-Unterricht, möchte aber auf reguläres Lernen vor Ort ausweiten: „Die Nachfrage ist enorm. Online haben wir schon über 100 Teilnehmer aus Österreich und dem Ausland, wie zum Beispiel Russland.“

„Eine Überprüfung ist normal“
Der Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld ist die Grafendorfer Einrichtung ohne Schulstatus ein Dorn im Auge, am Montag soll über das weitere Vorgehen in der Causa beraten werden. Fix sind Kontrollen, die Adolf Prugner sogar begrüßt: „Eine Onlineschule ist halt ein Graubereich, eine Überprüfung daher normal.“ Mit Kritik an Corona-Maßnahmen habe „InVia“ nichts zu tun, behauptet er: „Bei uns gibt es Geimpfte und Ungeimpfte.“

Von
Gerald Schwaiger
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