15.10.2021 12:56 |

Mit Gewehr ausgerüstet

Dieser Killerroboter trifft Ziele in 1200 Metern

Vierbeinige Roboter sind klein, wendig - und neuerdings tödlich bewaffnet. Mit dem „SPUR“ (Special Purpose Unmanned Rifle) hat das Robotikunternehmen Ghost Robotics diese Woche auf der jährlichen Haupttagung der US-Army in Washington D.C. eine vierbeinige, unbemannte Maschine vorgestellt, die mit einem 6,5-mm-Scharfschützengewehr des Rüstungsherstellers Sword International ausgerüstet ist. Dieses soll Ziele in bis zu 1200 Metern Entfernung treffen können. Dank Wärmebildkamera auch bei Nacht.

Ghost Robotics aus Philadelphia entwickelt seit 2015 vierbeinige Roboter und hatte in der Vergangenheit laut einem Bericht des „NewScientist“ bereits Versionen vorgestellt, die mit zusätzlichen Waffen zur Bombenentschärfung ausgestattet waren.

Die Roboter seien sehr mobil, könnten unwegsames Gelände durchqueren, was für Maschinen mit Rädern oder Ketten schwierig wäre, und arbeiteten mit einem „hohen Maß an Autonomie“, hieß es (siehe Video oben). So können die Maschinen etwa einer vorgegebenen Route folgen, bei Bedarf von dieser abweichen, um Hindernissen auszuweichen, und einen menschlichen Bediener alarmieren, wenn sie auf etwas Unerwartetes wie einen möglichen Eindringling stoßen.

Mensch betätigt weiterhin Abzug
Als autonomes Waffensystem, gemeinhin „Killerroboter“ genannt, will Firmenchef Jiren Parikh seine neueste Erfindung aber nicht verstanden wissen: „Die Waffe wird von einem Menschen gesteuert, es gibt keine Autonomie oder KI“, betonte er gegenüber „NewScientist“. Von den Kunden werde der Roboter wegen seiner Fähigkeit, sich in schwierigem Terrain zu bewegen und dadurch eine geeignete Schussposition einzunehmen, ausgewählt.

Dies gelte sowohl im Freien als auch in der Stadt, wo er zum Beispiel Treppen steigen könne. Der Bediener könne sich dabei außerhalb der Schusslinie verstecken, so Parikh.

Besondere Aufmerksamkeit
Der Ghost-Robotics-CEO merkte an, dass es auf der Haupttagung der US-Army zwar zahlreiche andere unbemannte Raupen- und Radfahrzeuge mit Waffen zu sehen gab, sein „SPUR“ jedoch besondere Aufmerksamkeit erregte. Er vermute, dass der langbeinige Roboter eine emotionale Reaktion auslöse, weil er wie ein Tier aussehe und weil es seit Jahrzehnten Science-Fiction-Filme über gefährliche Roboter gebe.

Die Zukunft hat bereits begonnen
Einem Bericht des US-Magazins „The Verge“ zufolge ist unklar, ob Sword International oder Ghost Robotics ihre Kombination aus Waffe und Roboter derzeit verkaufen. Die US-Luftwaffe hat auf dem Stützpunkt Tyndall in Florida allerdings bereits eine unbewaffnete Version des vierbeinigen Roboters zur Sicherung der Umgebung getestet. Auf seiner Website rühmt Sword International „SPUR“ als „die Zukunft der unbemannten Waffensysteme, und diese Zukunft ist jetzt“.

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