22.01.2019 12:36 |

Umfrage in 26 Ländern

Mehrheit gegen Entwicklung von Killerrobotern

„Mehr als drei von fünf Menschen in 26 Ländern sind gegen die Entwicklung autonomer Waffen, die ohne menschliches Zutun Ziele auswählen und töten könnten“ - das ist das Ergebnis einer von Amnesty International am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Der Widerstand gegen „Killerroboter“ ist demnach im Wachsen. Österreich, in dem keine Befragung stattfand, drängt auf „sinnvolle menschliche Kontrolle“.

Killerroboter könnten eine „moralische Grenze“ überschreiten, weil „Maschinen nicht das Recht haben zu töten“, lautet die Befürchtung unter zwei Dritteln der Gegner. Mehr als die Hälfte zeigt sich unterdessen besorgt, dass „diese Waffen nicht zur Verantwortung gezogen werden können“.

Widerstand wächst
Der Widerstand gegen die Entwicklung autonomer Waffen ist der Studie zufolge im Wachsen: In einer ähnlichen Umfrage mit 23 Ländern im Jänner 2017 sprachen sich noch 56 Prozent dagegen aus. Die aktuelle Studie von 2018 zeigt, dass in beinahe allen untersuchten Ländern mehr als die Hälfte diese Entwicklung ablehnt: Deutschland (72 Prozent), China (60), Russland (59), Großbritannien (54), Frankreich (59) und in den USA (52).

Diese „Umfrage zeigt, dass jene Staaten, die ein Verbot von Killerrobotern blockieren, gegen die öffentliche Meinung handeln“, sagte Rasha Abdul Rahim von Amnesty International laut einer Aussendung. Die Regierungen müssten Bürger davor „schützen und sich nicht in ein neues, brandgefährliches Wettrüsten stürzen“.

Killerroboter-Verbot bislang gescheitert
Ein Verbot völlig autonomer Waffen wird laut Amnesty derzeit von 28 Staaten unterstützt. Der offizielle Vorschlag Österreichs, Brasiliens und Chiles, ein „rechtsverbindliches Instrument zur Gewährleistung einer sinnvollen menschlichen Kontrolle über die kritischen Funktionen“ von Waffensystemen zu beschließen, fand jedoch nicht die notwendige Zustimmung. Einflussreiche Länder wie Russland, Israel, Südkorea und die USA wollten die Verhandlungen über einen neuen Vertrag nicht unterstützen.

Methodik
Die Umfrage von Ipsos MORI wurde von Mitgliedern der Kampagne „Stop Killer Robots“, zu der Amnesty und Human Rights Watch gehören, in Auftrag gegeben und im Dezember 2018 durchgeführt. Die Stichprobengröße betrug 500 bis 1000 Personen in jedem Land. Zu den 26 Staaten gehörten: Indien, Israel, Brasilien, China, Mexiko, Peru, Argentinien, Südafrika, USA, Polen, Großbritannien, Italien, Kolumbien, Spanien, Russland, Belgien, Frankreich, Südkorea, Schweden, Australien, Kanada, Deutschland, Japan, Ungarn, Türkei und die Niederlande.

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