Fremdenfeindlich

In Freistadt gibt es Wahlkampf auf tiefstem Niveau

Vor der Stichwahl am Sonntag ist in Freistadt in Oberösterreich das Wahlkampf-Niveau am Tiefpunkt angelangt. In einem Flugblatt wird vor einem türkischstämmigen SP-Stadtvize gewarnt. Nur ein Kreuzerl bei VP-Kandidatin Elisabeth Teufer könne dies verhindern. Die Volkspartei distanziert sich in aller Deutlichkeit von dieser fremdenfeindlichen Botschaft.

Ein Flugblatt aus der untersten Schublade sorgt kurz vor der Stichwahl zwischen Elisabeth Teufer (VP) und Christian Gratzl (SP) für Empörung in Freistadt. In einem anonymen Schreiben wird um Unterstützung der amtierenden Stadtchefin geworben, um einen türkischstämmigen Vizebürgermeister zu verhindern. Grund: Auf den vorderen Plätzen der roten Gemeinderatsliste scheint ein Jungpolitiker auf, der seine Wurzeln in der Türkei hat. Mit 110 Vorzugsstimmen war er der beliebteste SP-Politiker in Freistadt.

„Womöglich identitäre Strömungen“
Zum Vergleich: Gratzl erhielt nur 87 Vorzugsstimmen. „Es ist dennoch ausgeschlossen, dass er Stadtvize wird. Auch wenn er seit sechs Jahren tolle Arbeit leistet“, findet Gratzl das Flugblatt unter aller Kritik. Dass politische Mitbewerber dahinterstehen könnten, schließt er aus. „Womöglich gibt es identitäre Strömungen.“

„Verurteile ich aufs Schärfste“
Auch Teufer ist entsetzt: „Ich distanziere mich in aller Deutlichkeit von diesem Flugblatt und verurteile die fremdenfeindliche Botschaft aufs Schärfste.“ Rainer Widmann von der Bürgerliste Wiff hofft, dass die Verfasser ausgeforscht werden können. „Das Flugblatt wurde von der Post verteilt. Als es aufgegeben wurde, muss es wohl jemandem aufgefallen sein!“ Eine Anzeige sei Pflicht, um den Urheber zur Rechenschaft zu ziehen.

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Montag, 25. Oktober 2021
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