26.09.2021 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Rückkehr zur Vernunft

Man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben, aber die jüngste Initiative der Regierung deutet darauf hin, dass in Österreich langsam, aber sicher wieder Vernunft einkehrt. Am Beispiel der Besteuerung von Aktiengewinnen plant der Finanzminister die Wiedereinführung der Behaltefrist für Kapitalanlagen.

Zugegeben: Das klingt ein wenig sperrig, ist aber nicht so, es betrifft uns alle, vor allem jene, die für ihre Zukunft vorsorgen wollen.

De facto war die sogenannte Behaltefrist bis 2012 per Gesetz festgeschrieben: Wer seine Aktien oder Fonds länger als ein Jahr behielt, der musste keine Steuern auf die Gewinne bezahlen.

Mit der Steuerreform 2012 wurde weder dem Kapitalmarkt noch den Anlegern ein guter Dienst erwiesen: Damals wurden Kursgewinne einer Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 Prozent unterworfen, die 2016 sogar auf 27,5 Prozent erhöht wurde, ganz egal, wie lange man Wertpapiere hält.

De facto werden damit Anleger, die in hochspekulative Investments wie Kryptowährungen investieren, bevorzugt behandelt: Bitcoins dürfen bereits nach einem Jahr steuerfrei verkauft werden. Auch Kunst, Schmuck oder physisches Gold sind nach einem Jahr steuerfrei.

Österreich ist bekanntlich ein Land der Sparefrohs, rund 40 Prozent der Sparvermögen werden auf Sparbüchern gebunkert. Aber wer sieht seinem Geld am Sparbuch bei steigender Inflation schon gerne beim Schmelzen zu? Allein deshalb handelt die Regierung goldrichtig.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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Dienstag, 26. Oktober 2021
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