Holocaust-Gedenktag

Zahl der Überlebenden entspricht kleiner Stadt

Ausland
20.01.2026 19:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weltweit gibt es laut Schätzungen der Claims Conference noch etwa 196.600 jüdische Holocaust-Überlebende. Das liegt etwa zwischen der Einwohnerzahl von Salzburg und Linz. Die meisten von ihnen haben den Massenmord des NS-Regimes vor mehr als 80 Jahren als Kinder erlebt.

Das Durchschnittsalter der Holocaust-Überlebenden liegt heute bei 87 Jahren, etwa jede und jeder Dritte ist 90 Jahre oder älter. Die Mehrheit (62 Prozent) der Holocaust-Überlebenden ist weiblich. Sie wohnen laut der Claims Conference meist in Israel (50 Prozent), gefolgt von den USA (16 Prozent), Frankreich (neun Prozent) und Russland (sieben Prozent). Auf dem fünften Rang liegt Deutschland (fünf Prozent). Anfang 2025 wurden noch ungefähr 220.000 jüdische Holocaust-Überlebende registriert.

In genau einer Woche, am 27. Jänner 2026, wird weltweit den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz, das größte Vernichtungslager der NS-Zeit in Polen, befreit. Holocaust-Überlebende bekommen heute noch Entschädigungszahlungen. Für das Jahr 2025 verteilte die Claims Conference laut eigenen Angaben weltweit rund 530 Millionen US-Dollar (umgerechnet 455,68 Millionen Euro), hinzu kamen 960 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 819 Millionen Euro) für Maßnahmen wie Medikamente, häusliche Pflege und Lebensmittel.

So gedenkt Österreichs Parlament
Auch in Österreich gibt es rund um den 27. Jänner zahlreiche Gedenkveranstaltungen. Direkt am Holocaust-Gedenktag werden zum Beispiel Schülerinnen und Schüler sowie ausgewählte Gäste in das Parlament in Wien geladen. Die Veranstaltung „will dazu einladen, Erinnerung als lebendigen Auftrag zu verstehen und das kulturelle Erbe der Opfer sichtbar zu machen“, heißt es in einer Aussendung der Parlamentsdirektion. Die Schauspielerin Martina Ebm werde Passagen aus dem Buch „Weiter leben. Eine Jugend“ von Ruth Klüger lesen, die die nationalsozialistische Verfolgung überlebte. Erwartet wird auch Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten, der eine Rede halten wird.

In Österreich wurden in der NS-Zeit mehr als 65.000 Jüdinnen und Juden ermordet. Verfolgt und getötet wurden auch Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle und politische Gegnerinnen sowie Gegner.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung