Coup in Gelsenkirchen
Polizei befragt 100 Sparkassen-Kunden pro Tag
Nach dem Millionen-Coup in Gelsenkirchen befragt die Polizei derzeit 100 Bankkundinnen und Bankkunden pro Tag. Es geht um genaue Beschreibungen und Daten oder Bilder vermisster Gegenstände. So könnten sich Spuren zu den Tatverdächtigen ergeben, wenn Teile der Beute verkauft würden, teilte die Polizei mit.
Die Gespräche verliefen meist sachlich, für einige Betroffene aber auch sehr emotional. Eine zweistellige Zahl der Kundinnen und Kunden nimmt bereits Opferschutz in Anspruch. „Wir haben etliche verzweifelte Leute, die nicht wissen, wie es weitergeht“, sagte die Polizei. Ungefähr 20 Kolleginnen und Kollegen seien sieben Tage die Woche damit beschäftigt, die Befragungen durchzuführen. Alle Geschädigten sollen vernommen werden. Aktuell läuft das über eine Hotline der Polizei. Betroffene, die sich nicht melden, könnten später als Zeuginnen und Zeugen vorgeladen werden.
Inzwischen könnten auch die ersten Klagen gegen die Sparkasse in Nordrhein-Westfalen eingereicht werden. Anwältinnen und Anwälte werfen der Bank Pflichtverletzungen beim Schutz der Schließfächer vor. Deshalb müsse sie unbegrenzt haften. Über das Geldinstitut ist der Inhalt jedes Schließfachs bis zu einem Wert von 10.300 Euro versichert. Zahlreiche Besitzerinnen und Besitzer haben aber deutlich wertvollere Inhalte angegeben. Nur ein Teil hat Zusatzversicherungen abgeschlossen. Die Bank weist die Vorwürfe zurück, zu wenig Sicherheitsmaßnahmen gehabt zu haben.
Wie berichtet, haben unbekannte Täter Ende Dezember mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich über den Archivraum in den Tresorraum gebohrt. Dort räumten sie etwa 3100 Schließfächer aus und erbeuteten Millionen Euro. Wie den Einbrechern das gelang, ohne den Alarm der Bank auszulösen, gilt als eine der zentralen Fragen bei den Ermittlungen. Bekannt ist bisher etwa, dass die Fluchttür manipuliert wurde.
Die Täter brachen entweder an den Weihnachtsfeiertagen oder am letzten Dezemberwochenende ein. Entdeckt wurde der Einbruch erst zwei Tage später, nachdem der Brandmelder losgegangen war. „Man denkt, man ist in einem Kinofilm, was Professionalität und Kaltschnäuzigkeit angeht“, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. Nach der Spurensuche ist die Bank inzwischen wieder geöffnet worden.









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