Bei der letzten Wahl schaffte der schwarze Wirtschaftsbund in Wien knapp noch 50 Prozent, hauchdünn behielt man so am Wahltag die absolute Mehrheit. Doch tatsächliche Wirtschaftsbund-Stimmen gab es lediglich zu 25 Prozent, der Rest kommt von anderen Listen. „Wurden hier Prozente von anderen Fraktionen gekauft?“, fragt dazu FPÖ-Wirtschaftssprecher Udo Guggenbichler – er fordert nun den Rücktritt von Ruck.
Weiter Wirbel um den Wiener Wirtschaftskammer-Chef Walter Ruck. Zuerst wurden Postenschacher-Vorwürfe rund um sein Familienumfeld laut, nun leitet die Kammer sogar interne Untersuchungen ein. Fragen wirft auch das Wahlergebnis aus dem Jahr 2025 auf, damals schaffte Rucks schwarzer Wirtschaftsbund laut veröffentlichtem Ergebnis gerade so 50 Prozent. Das Gesamtergebnis hat faktisch – anders als etwa ein Nationalratsergebnis – wenig Auswirkungen, setzen sich die Gremien doch aus den Mehrheitsverhältnissen in den Sparten und Fachgruppen zusammen. Trotzdem scheint es dem Kammerpräsidenten aus Prestigegründen wichtig zu sein.
Nur 25 Prozent wählten direkt den Wirtschaftsbund
„Der Wirtschaftsbund Wien wurde bei der letzten Wirtschaftskammerwahlen von 7800 Unternehmern gewählt, was 4,9 Prozent der wahlberechtigten und 25 Prozent der Wähler entspricht. Gleichzeitig versucht der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck offensichtlich eine von Gottes Gnaden eingesetzte dynastische Erbfolge in der Wiener Kammer zu installieren“, kritisiert der Wirtschaftssprecher der Wiener FPÖ Udo Guggenbichler.
Nur 7800 Unternehmer wählten den Wirtschaftsbund. Gleichzeitig versucht Ruck eine von Gottes Gnaden eingesetzte dynastische Erbfolge zu installieren.

Udo Guggenbichler, FPÖ
Bild: Zwefo
Tatsächlich veröffentlichte die Wirtschaftskammer ein Ergebnis von 50,02 Prozent als offizielles Wahlergebnis für den Wirtschaftsbund. Nur die Hälfte davon sind „echte“ Stimmen für die ÖVP-Teilorganisation, zeigt das Wahlergebnis, welches der „Krone“ vorliegt.
Der Rest: Sogenannte Einheitslisten sowie „Sonstige“. Die Einheitslisten waren gemeinsame Antritte von sozialdemokratischen Wirtschaftsverband und Wirtschaftsbund. Ursprünglich hätten diese zu zwei Drittel dem Wirtschaftsbund zugerechnet werden sollen und zu einem Drittel den Roten. Doch nach der Wahl nahm sich Ruck alle Stimmen, da er sie dringend für die absolute Mehrheit brauchte. Der Rest kommt von sonstigen Listen, sie machten 8,81 Prozent aus, der Großteil zählt nun auch zum Wirtschaftsbund.
FPÖ fordert Ruck zum Rücktritt auf
Guggenbichler fordert Klarheit. „Wurden hier Prozente von anderen Fraktionen für den Wirtschaftsbund gekauft, noch dazu mit Wirtschaftskammer-Geld? Welche Gegenleistungen wurden erbracht? Diese Konstruktionen müssen vollständig offengelegt werden“, so der Freiheitliche. Er fordert Ruck zum Rücktritt auf.
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