Russische Gefahr?

Lawrow: „Haben mit Grönland-Frage nichts zu tun“

Außenpolitik
20.01.2026 18:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

„Grönland ist für die nationale und weltweite Sicherheit unerlässlich. Es kann kein Zurück geben – darüber sind sich alle einig!“, lautet der Standpunkt von US-Präsident Donald Trump. Der 79-jährige Staatschef warnt auch immer davor, dass die Arktisinsel vor dem Zugriff Chinas oder Russlands bewahrt werden müsse. Diesen Vorwurf weist man in Moskau aber vehement zurück.

Der Kreml beobachte zwar diese „ernsthafte geopolitische Situation“ und werde ihre eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen. „Wir haben aber mit dieser Frage nichts zu tun“, betonte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Moskau. Von seinem Land gehe keine Gefahr für Grönland aus. Gleichzeitig wies der Chefdiplomat auch auf die Tatsache hin, dass die Insel „kein natürlicher Teil Dänemarks ist, sondern ein koloniales Erbe“.

Lawrow: „NATO hat sich selbst diskreditiert“
Lawrow sprach auch von derzeit beobachtbaren „Umwälzungen“ innerhalb der NATO. Er deutete auch an, dass sich die Militärallianz und die euro-atlantische Sicherheitspartnerschaft „selbst diskreditiert“ habe.

Die Sicherheitsinteressen Russlands
Während eine gewisse Schadenfreude zwischen den Zeilen durchschimmert, beobachtet der Kreml den jüngst begonnenen Truppenaufmarsch in Grönland sehr wohl mit Argusaugen. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach vor einigen Tagen nämlich von der „nächsten Provokation der westlichen Länder“, die auch in dieser Weltregion ihre Ordnung durchsetzen wollten. Lawrows Sprecherin sagte, die europäischen Staaten beförderten eine Militarisierung der Polarregion. Sie müssten sich dessen bewusst sein, dass sie damit die Sicherheit Russlands als eines gleichberechtigten Arktis-Anrainers gefährdeten.

Dänische Soldaten bei einer Übung in Grönland
Dänische Soldaten bei einer Übung in Grönland(Bild: AFP/SIMON ELBECK)

EU: Sicherheit in der Arktis nur gemeinsam zu erreichen
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief am Dienstag angesichts der Drohungen Trumps mit Zöllen zur Standhaftigkeit auf. Die EU werde an ihrer Position festhalten, sagte Kallas vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Die Antwort müsse lauten: Ruhe bewahren, standhaft bleiben und gemeinsam handeln. „Kein Land hat das Recht, das Territorium eines anderen zu übernehmen – weder in der Ukraine noch in Grönland“, unterstrich Kallas.

Die angedrohten Zölle auf Waren aus europäischen Ländern würden den Wohlstand sowohl der EU als auch der USA gefährden, die geostrategische Bedeutung Grönlands habe zugenommen. Die NATO sei gut geeignet, mit der Sicherheit der Insel umzugehen. Nach den Worten ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen arbeitet die EU-Kommission bereits an einem Paket zur Unterstützung der Sicherheit in der Arktis. „Wir müssen mit allen unseren regionalen Partnern zusammenarbeiten, um unsere gemeinsame Sicherheit zu stärken“, sagte sie in Davos. Die Sicherheit in der Arktis könne nur gemeinsam erreicht werden.

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