Allen Warnungen zum Trotz: Bergretter in Salzburg und der Steiermark mussten am Samstag gleich dreimal die Leichen von Wintersportlern nach Lawinenabgängen bergen. Erst starben im Land Salzburg fünf Menschen bei zwei Lawinen. Zu später Stunde wurde dann noch ein Unglück im steirischen Murtal bekannt.
Gegen 12.30 Uhr wurde die Bergrettung Bad Hofgastein alarmiert. Eine Skitourengeherin wurde im Bereich „Schmugglerscharte“ auf rund 2200 Meter im freien Gelände von einer Lawine verschüttet. Ihr Ehemann hatte den Lawinenabgang gemeldet. Trotz Wiederbelebungsversuchen starb die Frau.
Nächste Lawine im Großarltal
Gegen 14 Uhr wurde die Bergrettung erneut alarmiert, da eine Lawine im freien alpinen Gelände im Bereich des Finsterkopfes im Großarltal auf rund 2150 Meter abgegangen war. Sieben Tourengeher wurden verschüttet. Vier Personen konnten nur mehr tot geborgen werden. Eine Person wurde schwer, eine leicht verletzt. Eine Person blieb unverletzt. Vier Rettungshubschrauber waren im Einsatz.
Auch in Hüttschlag am Plattenkogel und in Großarl am Frauenkogel kam es zu Lawinen, dabei wurde jedoch niemand verletzt. Beide wurden von Wintersportlern ausgelöst.
Drei Tote bei Lawine in der Steiermark
Am Abend wurde dann bekannt, dass es auch im Bereich Pusterwald im steirischen Bezirk Murtal am späten Samstagnachmittag zu einem Lawinenunglück mit drei Toten gekommen ist. Ersten Erhebungen zufolge waren sieben tschechische Skitourengeher an dem Lawinenereignis beteiligt. Drei von ihnen wurden von der Lawine erfasst und vollständig verschüttet. Rund 150 Einsatzkräfte versuchten, die Toten zu bergen, mussten den Einsatz aber aufgrund des Wetters unterbrechen. Am Sonntag soll die Bergung fortgesetzt werden.
Trotz klarer und mehrfacher Warnungen kam es heute erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang.
Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung Pongau
Die Salzburger Bergrettung warnt noch einmal eindringlich vor den derzeitigen Bedingungen. „Trotz klarer und mehrfacher Warnungen kam es heute erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang“, erklärt der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist.“
Lawinenwarnstufe 3: Triebschnee besonders riskant
Der Lawinenwarndienst Salzburg stufte die Gefahrenlage für Samstag auf „Gefahrenstufe 3“ von fünf Stufen hoch, was erhebliche Gefahr bedeutet. Schneebrettlawinen können dabei an einigen Stellen durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden und mittlere Größe erreichen. Risse und Setzungsgeräusche beim Betreten der Schneedecke weisen auf die Gefahr hin. Die Gesamtschneehöhe ist vielerorts noch deutlich unterdurchschnittlich. Rücken und Grate sind oftmals komplett abgeblasen, gefährlich ist sogenannter Triebschnee.
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