Daphna Weinstein wurde in Tel Aviv geboren, sie lebt und arbeitet aber bereits seit einigen Jahren in Österreich, aktuell in Kufstein. Weinstein studierte an der Wimbledon School of Art sowie am Chester College in Liverpool. 2008 war die Künstlerin Stipendiatin des Landes Steiermark im Grazer Atelier Rondo. Ihre Werke wurden unter anderem in Großbritannien, Österreich, Japan, Russland und Italien ausgestellt. Einen Namen hat sie sich als Installationskünstlerin gemacht. Ihre Werke, kennzeichnen häufig fein eingearbeitete Scherenschnitte, in denen Grobes und Verletzliches die Aufmerksamkeit des Betrachters erregen.
Aufrüttelnden Installationen in Ebensee
In Erinnerung an die mehr als 8000 NS-Zwangsarbeiter, welche 1943 bis 1945 im 7,6 Kilometer langen Ebenseer KZ-Gedenkstollen starben, installierte Daphna Weinstein 2015 im Rahmen des Festivals der Regionen mit „Ahamm, a choir of breathing jars“ mehr als tausend Gläser, in denen – von Motoren angetrieben – Papierfetzen rotierten. Das Ergebnis klang, als würden unzählige Stimmen anklagend flüstern, murren und weinen. Das Trauma der Shoah, des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden, ist auch in Daphna Weinstein implementiert. Die heute 50-Jährige, welche einige Zeit in einem Kibbuz lebte und ihren zweijährigen Militärdienst absolvierte, stammt von Menschen ab, welche die Vernichtungslager erlebten und die später in Israel ihre Heimat fanden.
Shoah ein Teil des Lebens
„Ich sehe meinen Onkel heute noch vor mir sitzen mit aufgekrempelten Hemdsärmeln, wobei man an seinem Unterarm die eintätowierte Häftlingsnummer sehen konnte“, teilt sie aus ihren Erinnerungen mit. Interessanterweise vertraute dieser Onkel bis zu seinem Tod auf Produkte aus Deutschland, insbesondere der Automarke BMW, da er bei dieser vor seiner Verhaftung als Kfz-Mechaniker tätig war. Rabbi Nachman von Breslau (1772-1810) war einer der großen Vertreter des Chassidismus, ein Schöpfer symbolischer Märchen und mystischer Legenden. Seine Geschichten erzählen vom Ringen der Seele, aufgespannt zwischen irdischer Befangenheit und himmlischer Sehnsucht.
Die zeitlose Gültigkeit der Worte
Voller Humor und leiser Ironie entfalten sie die zeitlos gültige Weisheit jüdischer Mystik. Diesem großen jüdischen Philosophen widmet Daphna Weinstein eine Installation aus ausgedruckten Seiten seiner Bücher, welche als ein plakatives Mosaikbild, allein durch die Kraft ihrer Buchstaben, eine immense Kraft aus dem 18. in das 21. Jahrhundert ausstrahlen. Denn im Anfang war in allen Belangen nur das Wort. Aktuell können einige ausgesuchte Arbeiten von Daphna Weinstein im Rahmen der Theaterproduktion „El Dante“ im Kufsteiner Kulturquartier betrachtet werden.
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