Super-GAU-Gefahr

“Hatte Angst, dass mein Sohn in Japan bleiben muss”

Burgenland
14.03.2011 18:22
"Ich hatte Angst vor den Strahlungen und wollte so schnell wie möglich mit meinem kleinen Sohn Japan verlassen", so die 29-jährige Kulturmanagerin Thetis Kedl, die seit drei Jahren mit ihrer Familie in einem Vorort von Tokio lebt. Doch die Flucht vor dem drohenden Super-GAU wäre fast gescheitert.

Der in Japan geborene Sohn Taikai war nämlich noch nicht im Pass der Mutter eingetragen. Mithilfe ihres Bruders Talos, eines Bildhauers, der von Wien aus alle Hebel in Bewegung setzte, das Baby vor möglichen Strahlenschäden zu bewahren, gelang es dank des österreichischen Außenministeriums und der Botschaft in Tokio, den Flug in die Heimat zu ermöglichen.

"Normalerweise dauern die Formalitäten zwei Wochen. Wegen des drohenden Super-GAUs wollte ich nicht so lange warten", so die Burgenländerin zur "Krone" bei ihrer Ankunft in Wien. Sie flüchtete ohne Gepäck. Nur ihr Kind und einige Dokumente nahm sie auf den Flug, den sie nach langem Anstellen ergattert hatte, mit. Ihre Mutter (70): "Mir war egal, was der Flug kostet. Ich wollte nur das Enkerl vor den Atomgefahren retten."

von Erich Schönauer und Christian Schulter, Kronen Zeitung

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