„Krone“ fragt vor Wahl

Wie drücken Sie auf das digitale Tempo?

Vor der oberösterreichischen Landtagswahl am 26. September finden Sie hier Ideen und Konzepte der fünf wichtigsten Parteien zum Thema Digitalisierung. Bei wem liegt die größte Kompetenz, hier etwas weiterzubringen?

Thomas Stelzer, ÖVP: „Wir drücken mit der TU für Digitale Transformation auf das Tempo. Sie wird der nächste Meilenstein hin zu einer europäischen Spitzenregion. Wir wollen sicherstellen, dass OÖ nicht in das Zeitalter der Digitalisierung geschwemmt wird, sondern diese Entwicklung aktiv mitgestaltet. Hier geht es auch um Ethik: Nicht alles, was technologisch möglich sein wird, sollte auch realisiert werden. Für das schnelle Internet investieren wir sehr viel und bekommen zusätzlich 155 Mio. Euro vom Bund, womit wir Projekte in mehr als 200 Gemeinden realisieren können.“

Birgit Gerstorfer, SPÖ: „Wir haben erst heuer große und zentrale Bereiche der Pflegedokumentation digitalisiert - ein wichtiger Meilenstein. Konkret bedeutet das mehr Zeit in der Pflege und weniger Aufwand bei der Bürokratie. Also mehr Zeit bei den Menschen und weniger am Schreibtisch. Und genau darum geht es, bei allen Digitalisierungsschritten: Das Leben einfacher zu machen, nicht komplizierter, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und dabei alle Menschen in Oberösterreich mitzunehmen. Damit Digitalisierung kein Schlagwort, sondern mit Leben erfüllt ist, muss man aufs digitale Tempo drücken.“

Manfred Haimbuchner, FPÖ: „Wie beim Autofahren auch: mit Sinn und Verstand. Ich bin der Meinung, dass Kinder die Grundrechenarten und das Schreiben von Hand beherrschen sollten, bevor man sie in der Schule mit digitalen Endgeräten bombardiert. Digitalisierung ist wichtig, andere Grundkompetenzen aber auch. Im Bereich der Wirtschaft ist der Ausbau von Infrastruktur, insbesondere, was die flächendeckende Versorgung mit Breitband betrifft, die Grundlage dafür, dass der Wirtschaftsstandort Oberösterreich und auch der Standort am Land in Zukunft als Arbeits- und Lebensraum attraktiv bleibt.“

Stefan Kaineder, Grüne: „Digitalisierung prägt unser Leben. Von Mobilität über Gesundheit oder Bildung - Digitalisierung wird eine immer wichtigere Rolle spielen. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, brauchen wir die optimalen Rahmenbedingen. Dies bedeutet eine flächendeckende Breitband- und Mobilfunk-Infrastruktur zu schaffen. Das ist die Grundlage für einen Digitalisierungsschub in den Schulen, im Pflege- und Gesundheitssektor sowie in der Verwaltung. Unerlässlich ist, die Menschen bei diesem Wandel mitzunehmen und für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.“

Felix Eypeltauer, Neos: „Die Pandemie hat gnadenlos aufgezeigt, dass Oberösterreich in Sachen Digitalisierung hinterherhinkt. Die Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen, um die Digitalisierung zu meistern und die Chance zu haben, an die Weltspitze zu kommen bzw. dort zu bleiben. Ohne einen flächendeckenden Glasfaseranschluss wird der ländliche Raum nicht Lebens- und Arbeitsraum bleiben können. Alle Behördengänge sollen auf ihre Digitalisierbarkeit geprüft und entsprechend angepasst werden, und vor allem müssen unsere Schulen endlich digifit werden.“

Wasser predigen und Wein trinken?
Die parteipolitischen Lösungsansätze der oö. Spitzenkandidaten kennen wir nun. Aber wie halten es die großen Fünf mit diesem Thema - ganz persönlich? Heute stellen wir in unserem Reality-Check die Frage: In welchem Alter würden Sie Ihrem Kind ein Smartphone geben? Und für jene, die bereits Kinder haben: Wann hat Ihr Nachwuchs ein Handy bekommen?

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Das war in der Volksschule.

Thomas Stelzer, ÖVP

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Bei meinen Kindern war es im Teenageralter. Wichtig für die Entscheidung ist nicht das Alter, sondern die Reife des Kindes.

Birgit Gerstorfer, SPÖ

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Unser Sohn ist erst 3 und hat somit noch ein paar handylose Jahre vor sich. Wir werden uns den Zeitpunkt dann gut überlegen.

Manfred Haimbuchner, FPÖ

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Ein Smartphone bekommen sie nach der Volksschule, wenn sie zur Schule in die Stadt fahren. Handyzeit ist bei uns aber limitiert.

Stefan Kaineder, Grüne

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Für mich gilt: Nicht verbieten, sondern Kindern früh einen g’scheiten Umgang vermitteln und sie begleiten.

Felix Eypeltauer, Neos

Schließlich wollten wir im Zuge einer Umfrage von den Oberösterreichern selbst wissen, welchen Parteien sie die besten Ideen und Konzepte in diesem Bereich zuordnen (Mehrfachnennungen möglich).

 OÖ-Krone
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Dienstag, 19. Oktober 2021
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