„Krone“-Sommergespräch

Kanzler Kurz: „Position der FPÖ schmerzt mich“

Politik
15.09.2021 21:00

Im letzten „Krone“-Sommergespräch mit Politik-Journalistin Katia Wagner nennt Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) - wie auch Ministerin und Parteikollegin Elisabeth Köstinger - einen Grund für die stagnierende Impfquote: die Position der FPÖ! Die Blauen würden Ängste schüren und „massiv gegen die Impfung Stimmung machen“. Damit sei er „alles andere als glücklich“, denn: „Im schlimmsten Fall geht es um Leben oder Tod.“

Dass es noch immer 30 Prozent Ungeimpfte in unserem Land gibt, begründet auch den seit Mittwoch geltenden Drei-Stufen-Plan. Die Regeln sind für Kurz aber kein Grund für Verwirrung: „Es ist ganz einfach. Für Geimpfte gilt: Leben Sie normal Ihr Leben!“ Wer nicht geimpft ist, braucht hingegen einen Testnachweis beim Wirt und eine FFP2-Maske im Handel und in den Öffis. Kurz bleibt dabei: Die Pandemie IST vorbei, außer für die Ungeimpften.

„Erleben eine Pandemie der Ungeimpften“
Gleich zu Beginn des Gesprächs beruhigt der Kanzler: „Viele sind durch die Impfung sicher, sie müssen sich mit keiner Regel mehr auseinandersetzen.“ Für Ungeimpfte gilt das aber nicht: „Sie sind nicht geschützt“ und „müssen wissen, dass sie sich irgendwann einmal mit Corona anstecken werden“. Ihretwegen sei auch noch ein „Minimum an Regeln notwendig“. Aber ihm sei es „lieber, etwas hat für 70 Prozent der Bevölkerung geöffnet, als dass wir für alle zusperren“.

Was sich der Kanzler jetzt von uns erwartet …
Bei der seit Tagen schwelende Frage, wer die FFP2-Maskenpflicht für Ungeimpfte im Handel kontrollieren soll, setzt Kurz auf „Hausverstand, Vernunft und eine gesunde Bürgerverantwortung“. Wenngleich es Stichproben geben werde, sehe er keinen „großen Kontrollbedarf“. Er appelliert lieber an die Bevölkerung: „Ich erwarte mir, dass sich jeder an die Regeln hält.“

Arbeitslose:Werden druckvoller und konsequenter werden
Der Herbst wird auch in Sachen Arbeitsmarktpolitik spannend. Weil es zu viele gebe, „die arbeiten können und das nicht tun“, werde die Regierung „druckvoller und konsequenter“ werden, denn aktuell werde „nicht immer sanktioniert“, wenn jemand einen Job ablehnt, den er „unattraktiv“ findet. Eine Modernisierung des Arbeitslosengesetzes ist in Planung, denn: „Da geht noch was“, so der Kanzler.

Nächster Frauenmord: Man muss es offen ansprechen ...
Angesprochen auf den Doppelmord an zwei Frauen in Wien, mutmaßlich durch einen amtsbekannten Asylberechtigten aus Somalia, wird Kurz deutlich: „Das ist unerträglich. Wir haben viele, die gut integriert sind, aber - das spreche ich offen aus - es gibt leider auch einige, mit denen wir große Probleme haben.“ Er werde daher „nie wegsehen“ und habe „null Toleranz gegenüber jenen, die unsere Werte nicht teilen“. Deswegen sei er dafür, jene zu integrieren, die bereits da sind, und gegen eine „unbeschränkte Aufnahme“.

Das hat mich aus der Bahn geworfen
In den Sommermonaten habe er auch eine schwere Phase gehabt. Die Anzeige wegen Falschaussage vor dem U-Ausschuss sei nicht spurlos an ihm vorübergegangen, es habe ihm „einige Tage ziemlich zugesetzt“ und ihn „aus der Bahn geworfen“. Sein Verdacht ist, dass andere Parteien versuchen, ihn „mit Anzeigen aus dem Amt zu bekommen“, weil man das „bei Wahlen nicht zusammengebracht hat“. Er gibt sich kämpferisch: „Ich lasse mich von solchen Methoden sicher nicht von meiner Arbeit abhalten!“

Wo der Kanzler nicht aus seiner eigenen Haut herauskann …
Zum Schluss wird es persönlich und Kurz selbstkritisch. Ob der junge Sebastian Kurz mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden wäre? Nicht ganz: „Mir fällt jeden Tag etwas ein, wo ich mir denke: Da müssen wir noch besser werden.“ Zu 100 Prozent sei er nie zufrieden. Er ergänzt: „Da kann ich aus meiner eigenen Haut nicht heraus.“

Den nächsten #brennpunkt mit Katia Wagner gibt es am Mittwoch, 29. September, um 20.15 Uhr auf krone.tv!

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