Die Eltern des Kindes (8) genossen den herrlichen Tag beim Skifahren in der Wildschönau. Doch gegen 11 Uhr erreichte sie eine Hiobsbotschaft: In einem unbeobachteten Augenblick konnte das geistig schwer behinderte Kind seiner Oma, die gerade die kleine Schwester betreute, entwischen. Die Terrassentür stand offen, und von Julian war weit und breit nichts zu sehen. Zuerst suchte die Oma alleine, dann stießen auch die Eltern dazu.
Und dann kam der Urlauberfamilie der Zufall zu Hilfe. "Ein Rettungsauto von uns war in der Gegend und die Eltern fragten die Besatzung, ob sie einen kleinen Buben gesehen hätten", erzählt Gerhard Czappek vom Samariterbund. Die beiden Fahrer erkannten sofort den Ernst der Lage und alarmierten Czappeks Frau Gundula, die in der Kirchbichler Leitstelle Dienst versah.
Und die ihren "Arthus" bei sich hatte. Sie brauste nach Niederau und der Suchhund brauchte nur Minuten um Fährte aufzunehmen. Anhand eines Kleidungsstückes von Julian hatte er keine Mühe, den Buben zu finden. "Er saß zusammengekauert vor einem verlassenen Haus", schildert Czappek. Überglücklich und mit Tränen in den Augen konnte die Familie ihn in die Arme schließen.
von Stefan Ruef, "Tiroler Krone"
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