09.08.2021 12:10 |

Noch Kapazitäten frei

Tirol bereitet sich auf Flüchtlingswelle vor

Die Zahlen gehen nach oben: Immer mehr Menschen nehmen die gefährliche Reise auf sich, um Schutz und ein neues Leben in Europa zu suchen. Auch Tirol ist davon betroffen. Im Fokus steht dabei die Brennergrenze. Sind wir auf eine neue Flüchtlingswelle vorbereitet? Wir haben nachgefragt.

Die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) haben die Flüchtlingslage in Tirol im Blick. „Im Moment haben wir noch genug freie Plätze, keine Einrichtung ist zu 100 Prozent ausgelastet“, sagt Florian Stolz von den TSD. Im Moment sieht es sogar so aus, dass von den 45 Flüchtlingsheimen in Tirol welche schließen. So beispielsweise das in Flaurling. Und auch in Oberperfuss wird das Flüchtlingsheim momentan abgesiedelt. Wie viel Flüchtlinge Tirol aufnimmt, hängt übrigens von Wien ab. Dort wird koordiniert, welche Bundesländer noch Kapazitäten haben. Die, die am wenigsten ausgelastet sind, bekommen die Erstzuteilungen. Tirol liegt bei diesem Ranking im Mittelfeld.

„Vergleich mit 2015 weit hergeholt“
Im Schnitt wurden letztes Jahr österreichweit 300 bis 400 Anträge pro Woche auf die Bundesländer verteilt. Heuer sind es bereits 600 bis 700. Zum Vergleich: 2015, dem stärksten Jahr der Fluchtbewegungen, waren es im Jänner 4100 und im Oktober sogar 12.300. „Der Vergleich mit 2015 ist also weit hergeholt, davon merken wir nichts“, so Stolz.

Blick nach Afghanistan
Für die Sommermonate sei die Entwicklung recht „normal“. Ob mit einer erstarkenden Fluchtbewegung zu rechnen sei? „Das können wir nicht sagen, wir haben auch keine Kristallkugel, in der wir die Zukunft sehen können. Wie sich die Lage in Afghanistan und anderen Ländern entwickelt, ist unklar.“ Zuletzt kamen keine guten Nachrichten aus Afghanistan: Die US-Truppen wurden von US-Präsident Joe Biden abgezogen, die Taliban nahmen Fahrt auf...

Tirol hat einen Puffer
In Tirol befinden sich derzeit 1546 Personen mit Fluchthintergrund, davon sind 1191 in TSD-Unterkünften. Der Rest wohnt entweder privat oder es sind unbegleitete Minderjährige, die im SOS-Kinderdorf sind. Sind die TSD auf mehr Flüchtlinge vorbereitet? „Ja, wir bauen bewusst nicht alle Betten und die Infrastruktur ab, damit wir einen Puffer haben, falls es einen dramatischen und schnellen Anstieg geben sollte“, gibt Stolz Auskunft.

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