19.07.2021 18:03 |

Wahlen angekündigt

Haiti bekommt nach Präsidenten-Mord neue Regierung

Zwei Wochen nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moise wird in dem Karibikstaat am Dienstag eine neue Regierung gebildet. Zum neuen Ministerpräsidenten werde Ariel Henry ernannt, hieß es am Montag aus Regierungskreisen. Interims-Ministerpräsident Claude Joseph werde auf seinen bisherigen Posten als Außenminister zurückkehren. Die neue Regierung werde „so bald wie möglich“ Wahlen organisieren.

Moise war in der Nacht auf den 7. Juli in seinem Haus in Port-au-Prince erschossen worden. Nach Polizeiangaben war ein Mordkommando aus 26 Kolumbianern und zwei US-Bürgern haitianischer Herkunft an dem Attentat beteiligt. Mehr als 20 Menschen wurden seither festgenommen. Drahtzieher des Anschlags soll ein 63-Jähriger aus Haiti sein, der seinen Wohnsitz in Florida hat. Den Behörden zufolge habe er „politische Motive“ für das Komplott gehabt.

Der Präsident hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen Henry zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Nach Moises Tod kam es aber zu einem Machtkampf zwischen Henry und Joseph, der nach dem Attentat den Ausnahmezustand ausgerufen hatte. 

Moise verschob Wahl nach Protesten
Der Mord an Moise stürzte das ohnehin von Instabilität und großer Armut geprägte Haiti in eine noch tiefere Krise. Der Präsident hatte Haiti zuletzt per Dekret regiert, nachdem eine für 2018 geplante Parlamentswahl unter anderem wegen Protesten gegen ihn verschoben worden war.

Indes ist Martine Moise, die Witwe des ermordeten Staatschefs, nach Haiti zurückgekehrt (siehe auch Video oben). Sie hatte das Attentat auf ihren Mann verletzt überlebt und wurde zur Behandlung nach Florida ausgeflogen. Die 47-Jährige will nun die Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis für ihren Mann begleiten. Der ermordete Präsident soll am Freitag im Norden von Haiti bestattet werden.

Matthias Fuchs
Matthias Fuchs
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