06.07.2021 13:18 |

„Krone“-Kommentar

Wolf-Debatte: Goldene Mitte gibt es hier keine

Wie eine Medaille hat auch die Wolf-Debatte zwei Seiten. Und jede glaubt, dass ihre schöner glänzt, sprich ihre Argumente stichfester sind. Die so gerne bei Streitthemen anvisierte goldene Mitte aber gibt es hier nicht. Das zeigen mitunter Umfragen, in denen die einen dafür sind, dem Wolf an den Kragen zu gehen, andere wiederum dessen Schutz und ein Miteinander fordern.

Auch das berühmte Ost-West-Gefälle ist bei dieser im Wortsinne leidigen Debatte zu erkennen: Dort wird der Wolf als „nettes“ Tier gesehen, das man aus dem Märchen kennt, da ist der Vierbeiner eine Bestie, die auf grausame Art Tiere reißt, die liebevoll aufgezogen wurden und die man vielfach mit Namen kennt. Fakt ist, dass nur auffällige Wölfe mehrere Schafe reißen, um sie dann mit ihrem Leid liegen zu lassen. Normal gehören Jungtiere, altes und krankes Vieh zu seiner Beute, um sich zu ernähren.

Fakt ist auch, dass ein natürlich aufgewachsener und gesunder Wolf nie Menschen angreifen würde, da er aufgrund seines Geruch- und Gehörsinnes uns schon entdeckt, lange bevor wir ihn sehen. Passiert so eine seltene Begegnung dennoch, ziehen sich Wölfe im Normalfall zurück, suchen also das Weite. Apropos Weite: Eine Alm mit mobilen Weidezäunen abzusichern, können nur jene verlangen, die keine Ahnung von Größe und Geländeform unserer Almen haben.

Es wird also spannend, was der Tiroler Landtag beschließt. Dass er im Stande ist, diesen gordischen Knoten zu lösen, darf eher bezweifelt werden.

Claus Meinert
Claus Meinert
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