04.07.2021 17:41 |

„Viele nicht geimpft“

Delta-Welle könnte Problem für Schwangere werden

Aus Sorge vor Nebenwirkungen stehen viele Schwangere einer Impfung gegen Covid-19 noch skeptisch gegenüber. Fatal, wie immer mehr Mediziner nun warnen - denn insbesondere die sich zunehmend ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus könnte für sie zum Problem werden. Experten raten werdenden Müttern daher dringend, sich gegen das Virus immunisieren zu lassen.

Besonders mahnende Worte kommen dabei einmal mehr aus Großbritannien, wo die erstmals in Indien aufgetauchte Delta-Mutation bereits für eine vierte Infektionswelle der Corona-Pandemie sorgt. Es müssten zunehmend auch „junge, fitte Menschen in ihren 20ern und 30ern“ wegen eines schweren Erkrankungsverlaufs in den Spitälern behandelt werden, erklärt etwa der Intensivmediziner Rupert Pearse auf Twitter.

Immunsystem herabgesetzt
Diese hätten allesamt gemein, dass sie noch keine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Inmitten dieser Bevölkerungsgruppe finden sich auch Schwangere, die aufgrund ihrer eigentlich hoffnungsvollen Umstände zur Risikogruppe gezählt werden - der Grund dafür dürfte wohl darin liegen, dass werdende Mütter ein herabgesetztes Immunsystem haben, die Sauerstoffaufnahme reduziert ist und die hormonelle Umstellung Entzündungsmechanismen unterstützt.

Erhöhtes Risiko für Schwangere
Zwar erkrankten Schwangere bislang statistisch gesehen nicht häufiger an Covid-19, „aber wenn sie erkranken, ist der Verlauf unter Umständen sehr deutlich schwerer“, erklärte Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena dem „Deutschlandfunk“. Man sehe dabei nicht nur eine erhöhte Sterblichkeit, Studien aus Großbritannien würden zudem auf ein leicht erhöhtes Risiko für Totgeburten hindeuten.

Impfung als kleineres Übel?
Mit Blick auf eine Impfung von Schwangeren zeigt sich, dass nicht der Impfstoff eine Gefahr für das Ungeborene darstellt, sondern vielmehr eine Erkrankung der Mutter. Die bislang bekannten Studien würden klar zeigen, dass die Verabreichung der Vakzine „nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen“ führe, so Schleußner. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen.

Antikörper kommen auch Kind zugute
Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen „Nestschutz“. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach.

Keine Sicherheitsbedenken
Eine möglicherweise auch in Österreich bevorstehende Delta-Welle „könnte für Schwangere zum Problem“ werden, schlägt auch der Wiener Internist Wolfgang Hagen in die gleiche Kerbe - und auch er ruft einmal mehr zur Impfung auf.

Genügend Erfahrungswerte dazu gibt es bereits: Während etwa Israel schon seit Jänner ausdrücklich eine Immunisierung Schwangerer empfiehlt, sind in den Vereinigten Staaten bereits mehr als 90.000 werdende Mütter geimpft worden - ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen sind.

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