Hamas-Anführer tot

Israel-Palästina-Konflikt fordert immer mehr Opfer

Ausland
12.05.2021 17:01

Die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern nimmt immer weiter zu. Radikalislamische Palästinenser feuerten bis Mittwochfrüh mehr als 1000 Raketen auf Israel, dessen Militär Hunderte Ziele im Gazastreifen aus der Luft angriff. Die Palästinenser sprechen bereits von fast 50 Toten, Israel beklagt fünf Menschenleben. Die Hamas bestätigte unterdessen den Tod mehrerer ihrer Anführer, Israel meldete den Tod eines Soldaten durch eine Rakete aus dem Gazastreifen. 

Der 21-Jährige israelische Soldat sei laut Angaben der israelischen Armee bei einem Einsatz zum Schutz von Dörfern nahe der Grenze von einer Panzerabwehrrakete zum Gazastreifen getroffen und tödlich verletzt worden. Bei den getöteten Hamas-Anführern handelt es sich um den Chef des bewaffneten Arms der Hamas in Gaza, Bassem Issa, und „zahlreiche“ weitere ranghohe Militärverantwortliche.

Die eskalierende Gewalt zwischen Israel und Palästinensern fordert immer mehr Todesopfer auf beiden Seiten. (Bild: AP)
Die eskalierende Gewalt zwischen Israel und Palästinensern fordert immer mehr Todesopfer auf beiden Seiten.
Bewohner von Tel Aviv suchen Zuflucht in einem Luftschutzbunker. Immer wieder werden von Gaza aus Raketen auf die israelische Küstenstadt abgefeuert. (Bild: AFP)
Bewohner von Tel Aviv suchen Zuflucht in einem Luftschutzbunker. Immer wieder werden von Gaza aus Raketen auf die israelische Küstenstadt abgefeuert.

Mehr als 1000 Raketen auf Israel abgefeuert
Nach israelischen Angaben haben Palästinenserorganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad seit Montag mehr als 1000 Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Viele der Geschosse wurden von der israelischen Raketenabwehr abgefangen, während andere in Wohngebieten einschlugen. In Israel wurden insgesamt fünf Menschen durch den Raketenbeschuss getötet.

Hochhaus mit Hamas-Büro zerstört
Als Reaktion auf die Attacken flog die israelische Luftwaffe die schwersten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014. Sie bombardierte bei hunderten Einsätzen Einrichtungen der Hamas und anderer militanter Gruppen im Gazastreifen. Dabei wurde unter anderem ein Hochhaus im Stadtzentrum von Gaza zerstört, in dem sich auch mehrere Büros der Hamas befanden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza beträgt die Zahl der seit Montag getöteten Palästinenser 48 - darunter 14 Kinder und drei Frauen. 304 Menschen seien verletzt worden.

Tote durch fehlgeleitete Hamas-Raketen
Nach Berichten örtlicher Medien und Augenzeugen wurden im Gazastreifen mehrere Kinder nicht nur durch israelische Luftangriffe getötet, sondern durch fehlgeleitete Raketen der Extremisten. Wie das israelische Militär berichtete, wurden rund 850 der gut 1050 abgefeuerten Raketen entweder abgefangen oder gingen in Israel nieder. Etwa 200 weitere seien noch im Gazastreifen zu Boden gegangen. In Israel starben bisher fünf Menschen durch Raketenbeschuss. Mehr als 200 weitere seien verletzt worden.

(Bild: AP)

Zwangsräumung als Auslöser der Gewalt
Auslöser der jüngsten Gewalteskalation ist die drohende Zwangsräumung von rund 30 Palästinensern aus ihren von jüdischen Israelis beanspruchten Wohnungen in Ost-Jerusalem. Bei den heftigsten Zusammenstößen seit Jahren zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Ost-Jerusalem waren in den vergangenen Tagen Hunderte Palästinenser und Dutzende Polizisten verletzt worden.

Eine Rauchwolke nach einem israelischen Luftangriff auf Gaza. (Bild: AFP)
Eine Rauchwolke nach einem israelischen Luftangriff auf Gaza.
Immer wieder schießt die Terrororganisation Hamas von Gaza City aus Raketen in Richtung Israel. (Bild: AFP)
Immer wieder schießt die Terrororganisation Hamas von Gaza City aus Raketen in Richtung Israel.

UNO-Sicherheitsrat tagt erneut
Angesichts der zunehmend entfesselten Gewalt in Nahost will der UNO-Sicherheitsrat am Mittwoch zum zweiten Mal binnen weniger Tage zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Die UNO forderte, die Gefechte umgehend einzustellen. Andernfalls drohe ein vollständiger Krieg. UNO-Generalsekretär António Guterres zeigte sich einem Sprecher zufolge sehr besorgt und „zutiefst traurig über die zunehmende Zahl von Opfern“.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele