10.05.2021 22:05 |

Alarm in Jerusalem

Raketen auf Israel - Tote bei Gegenangriff

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist am Montag eskaliert. Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel bombardierte die israelische Luftwaffe Ziele in dem Küstenstreifen. Laut Armee wurden dabei drei Aktivisten der dort herrschenden islamistischen Hamas gezielt getötet. Die palästinensischen Behörden sprachen von 20 Toten im Gazastreifen, darunter 9 Kinder. Unter welchen genauen Umständen die Menschen zu Tode kamen, blieb allerdings vorerst offen. Es gab auch Berichte aus dem Gazastreifen, nach denen einige Einwohner möglicherweise durch fehlgeleitete Raketen der eigenen Seite getötet wurden. Offiziell wurde dies nicht bestätigt.

In der Umgebung von Jerusalem waren zuvor Raketen eingeschlagen. Vor der Meldung des Senders Channel 13 war am Montag in der Stadt Raketen-Alarm ausgelöst worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hörte mehrere Explosionen. Die radikal-islamische Terrorgruppe Hamas bekannte sich zu einem Raketen-Angriff. Laut Polizei wurde der Bereich der Klagemauer und auch das Parlament in Jerusalem geräumt.

Auf Videos waren Raketen im Flug zu sehen und Alarmsirenen in Jerusalem zu hören. Menschen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Berichte über Schäden oder Verletzte durch die Raketeneinschläge lagen zunächst nicht vor. Abgeordnete und hunderte Gläubige wurden in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Armee gab es auch in der Stadt Beit Shemesh sowie in Ashkelon Luftalarm.

Die Hamas hatte in einem Ultimatum den Abzug israelischer Sicherheitskräfte aus Teilen der Stadt gefordert. Dieses lief um 17 Uhr (MEZ) ab. In Jerusalem lieferten sich Palästinenser und israelische Polizisten am Montag Auseinandersetzungen auf dem Tempelberg.

Hamas: „Botschaft“ an Feind Israel
Ein Hamas-Sprecher sagte, man habe als „Botschaft“ an den israelischen Feind Raketen auf Jerusalem gefeuert. Es handle sich um eine „Reaktion auf seine Verbrechen und Aggression gegen die heilige Stadt“ sowie auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und in Sheikh Jarrah. Ein Sprecher der israelischen Armee sprach am Montagabend von einer "unverfrorenen Attacke", die nicht unbeantwortet bleiben werde. Mehr als 45 Raketen seien allein auf das Gebiet um das Küstengebiet abgeschossen worden. Sechs Raketen hätten Jerusalem als Ziel gehabt.

Eine habe Berichten zufolge ein ziviles Haus in einem Vorort getroffen, eine sei abgefangen worden. Die anderen seien in offenen Gelände niedergegangen. Eine Panzerabwehrwaffe sei vom Gazastreifen aus auf zivile Fahrzeuge abgefeuert worden, fügte der Sprecher hinzu. Ein Zivilist sei dabei verletzt worden.

Tote bei israelischem Luftangriff
Israel reagierte mit einem Luftangriff im Gazastreifen auf die Raketenattacken. Dabei sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza neun Palästinenser getötet worden, darunter seien ein Kommandant der radikal-islamischen palästinensischen Hamas, aber auch drei Kinder. Israels Armee sprach von gezielter Tötung von „drei Aktivisten“. Den palästinensischen Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall in Beit Hanoun im Norden des Küstenstreifens. Öaut Palästineneser kamen insgesamt 20 Mneschen, darunter neun Kinder ums Leben.

Luftschutzräume geöffnet
Zuvor wurden aus Sorge vor neuen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen nach Medienberichten öffentliche Luftschutzräume in Ashkelon an der Mittelmeerküste geöffnet. Außerdem seien die Routen der internationalen Flüge vom Flughafen Ben Gurion weiter in Richtung Norden verlegt worden. Man stelle sich auch auf mögliche Raketenangriffe auf den Großraum Tel Aviv ein, berichtete der Sender Kan.

Jerusalem-Tag abgesagt
Der für Montag geplante Marsch durch die Jerusalemer Altstadt anlässlich des israelischen Feiertags „Jerusalem-Tag“ wurde unterdessen wegen der jüngsten Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei abgesagt. „Der Flaggenmarsch ist abgesagt“, teilte die veranstaltende Organisation Am Kalavi mit. Am Jerusalem-Tag wird in Israel traditionell der israelischen Eroberung von Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 gedacht.

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan angespannt. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Zudem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Sheikh Jarrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden.

Militante Palästinenser aus dem Gazastreifen feuerten zudem zuletzt mehrere Raketen auf die israelische Grenzregion und sandten Brandballons.

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