21.04.2021 08:12 |

„Unnötige“ Regulierung

EU prüft: Pflanzendrinks als Milch-Alternative?

Dürfen pflanzliche Produkte wie etwa aus Soja, Hafer oder Reis noch als Alternativen zu Milch beworben werden? Über diese Frage beraten am Mittwoch der EU-Ministerrat, das EU-Parlament und die EU-Kommission. Diskutiert werden Einschränkungen, die verhindern sollen, dass tierische Milchprodukte und pflanzliche Alternativen keinesfalls mehr miteinander in Verbindung gebracht werden. Wörter wie „Butterersatz“ und Ausdrücke wie „ähnlich wie Milch“ könnten bald verboten sein.

Bezeichnungen wie „Mandelmilch“ sind in der EU ohnedies nicht mehr erlaubt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilte 2017, dass als Milch nur Erzeugnisse bezeichnet werden dürfen, die aus der „normalen Eutersekretion“ von Tieren gewonnen werden. Das Gleiche gilt für die Bezeichnungen von Milchfolgeprodukten als „Käse“ oder „Butter“.

„Indirektes“ Verbot
Die Position des EU-Parlaments geht nun einen Schritt weiter. Sie sieht vor, die Bezeichnung Milch für pflanzliche Produkte nicht mehr nur „direkt“, sondern auch „indirekt“ zu verbieten. Damit würden auch beschreibende Ausdrücke wie „schmeckt wie Butter“, „ähnlich wie Milch“ oder „Käseersatz“ sowie ähnliche Abbildungen wegfallen.

„Unnötige Überregulierung“
Die Milchindustrie unterstützt die Position des EU-Parlaments. Sie sieht in pflanzlichen Milchprodukten eine Täuschung der Konsumenten. Für die Einschränkungen bzw. den Abänderungsantrag 171 stimmten im Oktober 2020 die EU-Abgeordneten der ÖVP und der FPÖ sowie die Grünen-EU-Mandatarin Sarah Wiener. Ihre Parteikollegen sowie SPÖ und NEOS votierten dagegen. Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen, bezeichnete den Änderungsantrag als eine „unnötige Überregulierung“. Der Konsument wisse genau, „was der Unterschied zwischen Kuhmilch und Hafermilch ist“.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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