14.04.2021 06:30 |

Bauen der Zukunft

Recyling der Materialien wird immer wichtiger

Das Wiederverwerten von schwer abbaubaren Baustoffen wird zu einem zentralen Thema der Kreislaufwirtschaft. Sollen die Klimaziele erreicht werden, führt daran kein Weg vorbei.

Bis 2050 werden etwa 68 Prozent aller Menschen in Städten leben - heute sind es 55. Der Bedarf an Wohnraum steigt, das Bewusstsein, dass die Baumaterialien irgendwann zur Neige gehen, hinkt da hinterher. Dazu kommt, dass die Bauindustrie weltweit für 40 Prozent der Abfallproduktion verantwortlich ist, ebenso hoch sind Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Da ist es höchste Zeit umzudenken und verstärkt auf das Recycling von Material zu setzen.

Ausstellung im HdA
Im Grazer Haus der Architektur (HdA) wird heute die Schau „Material Loops“ eröffnet, die sich genau mit diesem Thema befasst. Der Stand der Forschungen wird beleuchtet, internationale Beispiele zeigen, wie gut das Baustoff-Recycling funktioniert.

Recycling auf der Reininghaus-Baustelle
„Bei uns scheitert eine Wiederverwertung oft an Vorschriften, Haftungsfragen und an der Einstellung ,Das haben wir immer so gemacht‘“, erklärt Beate Engelhorn, Leiterin des HdA, warum wir viel zu wenig recyceln. „Dennoch gibt es Forschungsprojekte, wie jenes an der TU Graz, wo der Wert des recycelbaren Baumaterials von einem Abbruchhaus errechnet wurde.“ Auch bei den Reininghausgründen habe man 50.000 Tonnen vermeintlichen Abfall aus einem Tiefkeller als Baustoff eingesetzt und so 20.000 Lkw-Fahrten durch Graz eingespart, betont Engelhorn.

Im internationalen Vergleich sind das kleine Fische. Vorreiter in Sachen Baustoff-Recycling ist das Schweizer Architekturbüro in situ, das nur mit bereits verwendetem Baumaterial plant oder Ausschussware verwendet - und daraus sehr coole und durchaus funktionale Gebäude erschafft.

Spielplatz aus Rotorblättern
Wie weit das Recyceln im Bereich der Baumaterialien geht, zeigt etwa auch ein Spielplatz in Rotterdam, wo die Spielgeräte aus ausgemusterten Windkraft-Rotorblättern bestehen.

Mut ist gefragt
Wie das Leben und Wohnen in der Zukunft funktionieren könnten, zeigt die Schau anhand von Gewerbeparks, Wohn- und Geschäftshäusern, die aus recyceltem Material errichtet wurden, begrünt sind, ihre eigene Energie erzeugen und dazu noch eine angenehme Atmosphäre schaffen. Vieles ist beim Bauen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft möglich. „Man muss sich nur trauen“, sagt Beate Engelhorn „und auch wieder ein bisschen mutiger und lockerer werden, was die Vorschriften angeht“.

Michaela Reichart
Michaela Reichart
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