Klirrende Kälte

Minus 20,3 Grad: St. Jakob als Sibirien von Österreich

Tirol
04.01.2011 09:47
Schon wieder einmal: Mit minus 20,3 Grad ist am Montag die 948 Einwohner zählende Gemeinde St. Jakob in Defereggen kältester Ort Österreichs gewesen. Noch kälter war es dort am 9. Jänner 2009 mit minus 26,0 Grad, am 18. Dezember 2009 mit minus 24,0 Grad. Auch minus 19,2 Grad vom 30. November 2010 sind nicht warm.

St. Jakob, auf 1.388 Meter Seehöhe gelegen, war 2010 mit einem Jahresmittel von plus 3,0 Grad der kälteste bewohnte Ort Österreichs. Das mag auch daher kommen, dass dort drei Monate lang keine Sonne scheint! "Wir Einheimischen sind die Kälte längst gewöhnt", sagte Carina Erlsbacher vom örtlichen Tourismusbüro am Montag im "Krone"-Gespräch: "Einheimische sieht man bei diesen Temperaturen nur wenig auf der Straße, Gäste auch nur vereinzelt. Sie nehmen es gelassen." 

Stört es die Osttiroler, dass St. Jakob in den Medien immer häufiger als Sibirien Österreichs bezeichnet wird? Erlsbacher: "Viele sehen es als Werbung, weil wir genannt werden. Andere glauben, dass Gäste nicht kommen, weil es ihnen hier zu kalt sei. Ich persönlich freue mich über jede Namensnennung, die Gäste nehmen es gelassen." Der Höchstwert war am Montag übrigens: Minus 12,8 Grad.

Die Tiroler "Hitparade" der kältesten Orte von Montag hat Thomas Leitner von der Wetterwarte Innsbruck für die "Krone" erhoben: St. Leonhard im Pitztal (-19,2°), Galtür (-18,4°), Schmirn (-17,9°), Seefeld (-17,6°), Ehrwald (-17,0°), Obergurgl (-16,7°), Tannheim (-16,5°), Holzgau (-15,4°) und Sillian (-15,0°). Am Dienstag ist es nochmals kalt, am Mittwoch gibt es in Föhnstrichen bis +10 Grad!

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone

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