Das Modelabel wartet auf rund 158.000 Euro. Lang bestätigte, dass Kneissl-Geschäftsführer Andreas Gebauer Ratenzahlungen in Aussicht stellte. Langs Hoffnung, dass diese Ankündigung auch tatsächliche Geldflüsse nach sich ziehen wird, hielt sich allerdings in Grenzen. Kneissl Alteigentümer Fritz Unterberger hatte bereits einen Konkursantrag gegen die Kneissl Holding eingebracht.
Unterberger gewährte Al Jaber Zahlungsaufschub bis zum 31. Dezember 2010. Diese Frist ließ der Scheich allerdings laut Berichten verstreichen. Wie es jetzt weitergeht, war vorerst unklar. Derzeit seien keine seriösen Aussagen über die tatsächliche Liquidität des Unternehmens möglich, erklärte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband von 1870. Ob inzwischen Geld in die Holding geflossen sei, könne er nicht sagen.
Kneissl-Töchter könnten in Pleite schlittern
Doch auch wenn Al Jaber die angekündigten 1,2 Millionen Euro zuschießen sollte, zweifeln Insider daran, dass die Tochtergesellschaften "Kneissl Tirol GmbH" und die "Kneissl Star Lounge" etwas von diesem Geld sehen werden. Wahrscheinlich sei mittlerweile, dass die Holding gerettet werde, während die Tochterfirmen in die Pleite schlittern dürften, hieß es aus informierten Kreisen.
Nach einer weiteren Pfändung sieht das Prozedere jedenfalls vor, dass die gepfändete Ware versteigert wird. Sollte die dadurch lukrierte Summe nicht ausreichen, entscheidet das Gericht darüber, ob ein Konkursverfahren eröffnet wird. Gebauer war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Laut einer Sprecherin befindet er sich derzeit auf einer Dienstreise.
Weitere Unternehmen warten auf Geld
Neben Strasser warten auch noch weitere Unternehmen auf ihr Geld, darunter die in Deutschland ansässige Vierke-Gruppe und der oberösterreichische Betrieb Solutions of Sport. Ihnen soll Kneissl 120.000 bzw. 12.000 Euro schulden. Die Inhaberin einer kleinen Traditionsdruckerei soll seit dem Frühjahr auf rund 5.500 Euro warten.
Auch im Zusammenhang mit einem geplanten Hotelprojekt im Kärntner Goldeck gibt es offenbar Unstimmigkeiten zwischen Architekten und Kneissl. Das mit der Planung beauftragte Innsbrucker Architekturbüro "din a4" soll ebenfalls auf die Bezahlung einer Teilrechnung in Höhe von 50.000 Euro warten.
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