Warten auf Geld

Kneissl droht jetzt auch Pfändung am Hauptsitz Kufstein

Tirol
03.01.2011 13:19
Der Tiroler Skihersteller Kneissl kommt auch im neuen Jahr nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem Ende Dezember vergangenen Jahres der Exekutor der Kneissl Star Lounge in Innsbruck einen Besuch abstattet hatte, soll jetzt auch am Firmensitz der Kneissl Tirol GmbH in Kufstein gepfändet werden. "Es gibt bereits einen konkreten Termin im Jänner", erklärte Thomas Lang, Investor der Wiener Modeunternehmerin Susan Strasser, am Montag.

Das Modelabel wartet auf rund 158.000 Euro. Lang bestätigte, dass Kneissl-Geschäftsführer Andreas Gebauer Ratenzahlungen in Aussicht stellte. Langs Hoffnung, dass diese Ankündigung auch tatsächliche Geldflüsse nach sich ziehen wird, hielt sich allerdings in Grenzen. Kneissl Alteigentümer Fritz Unterberger hatte bereits einen Konkursantrag gegen die Kneissl Holding eingebracht. 

Unterberger gewährte Al Jaber Zahlungsaufschub bis zum 31. Dezember 2010. Diese Frist ließ der Scheich allerdings laut Berichten verstreichen. Wie es jetzt weitergeht, war vorerst unklar. Derzeit seien keine seriösen Aussagen über die tatsächliche Liquidität des Unternehmens möglich, erklärte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband von 1870. Ob inzwischen Geld in die Holding geflossen sei, könne er nicht sagen.

Kneissl-Töchter könnten in Pleite schlittern 
Doch auch wenn Al Jaber die angekündigten 1,2 Millionen Euro zuschießen sollte, zweifeln Insider daran, dass die Tochtergesellschaften "Kneissl Tirol GmbH" und die "Kneissl Star Lounge" etwas von diesem Geld sehen werden. Wahrscheinlich sei mittlerweile, dass die Holding gerettet werde, während die Tochterfirmen in die Pleite schlittern dürften, hieß es aus informierten Kreisen. 

Nach einer weiteren Pfändung sieht das Prozedere jedenfalls vor, dass die gepfändete Ware versteigert wird. Sollte die dadurch lukrierte Summe nicht ausreichen, entscheidet das Gericht darüber, ob ein Konkursverfahren eröffnet wird. Gebauer war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Laut einer Sprecherin befindet er sich derzeit auf einer Dienstreise.

Weitere Unternehmen warten auf Geld
Neben Strasser warten auch noch weitere Unternehmen auf ihr Geld, darunter die in Deutschland ansässige Vierke-Gruppe und der oberösterreichische Betrieb Solutions of Sport. Ihnen soll Kneissl 120.000 bzw. 12.000 Euro schulden. Die Inhaberin einer kleinen Traditionsdruckerei soll seit dem Frühjahr auf rund 5.500 Euro warten. 

Auch im Zusammenhang mit einem geplanten Hotelprojekt im Kärntner Goldeck gibt es offenbar Unstimmigkeiten zwischen Architekten und Kneissl. Das mit der Planung beauftragte Innsbrucker Architekturbüro "din a4" soll ebenfalls auf die Bezahlung einer Teilrechnung in Höhe von 50.000 Euro warten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
03.01.2011 13:19
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung