09.04.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

MAN-Votum: Der Scherbenhaufen

Es hätte eine Rettung in letzter Minute werden sollen: Weil der deutsche MAN-Konzern den Standort in Steyr aus Kostengründen schließen wollte, trat Ex-Magna-Chef Siegfried Wolf als „weißer Ritter“ auf: Er erklärte sich bereit, das Werk zu übernehmen.

Und zwar zu Bedingungen, die seiner Meinung nach ein wirtschaftliches Überleben sichergestellt hätten. Weniger Personal, bis zu 15 Prozent weniger Gehalt, dafür aber auch einen beachtlichen Sozialplan. Plus der Zusage der Wiedereinstellung, wenn es wieder besser geht.

Das Abstimmungsergebnis hat in Wirtschaftskreisen wie ein Schock gewirkt: 63,9 Prozent votierten DAGEGEN. Wobei klar war: Bei einem Nein plant MAN, das Werk ganz zu schließen.

Viele fragen sich, wie es zu diesem Votum gekommen ist. War Siegfried Wolf mit seinem Offert nicht attraktiv genug? Und vor allem: Wo ist die Alternative?

Der Betriebsrat hat einen Pyrrhussieg errungen: Die Mehrheit der Belegschaft ist ihm gefolgt, aber wer gibt diesen Leuten künftig einen Job? Der Herr Betriebsrat? Wohl nicht, der war jahrelang gewöhnt, maximale Gagen für die Belegschaft herauszuholen. Damit ist es nun vorbei. Jetzt sitzen alle vor einem Scherbenhaufen. Auch viele Lieferanten, bei denen etliche Jobs wackeln.

Ein Gewerkschafts-„Sieg“, bei dem es um die Vernichtung von Arbeitsplätzen geht? Gerade in der jetzigen Corona-Zeit? Kaum vorstellbar, dass die ÖGB-Spitze diesem Drama tatenlos zuschaut ...

Georg Wailand
Georg Wailand
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