„Mama, ich hab mein Handy verloren, ruf mich unter der neuen Nummer an“ – solche oder ähnliche Nachrichten in betrügerischer Absicht hat wohl schon jeder Handynutzer erhalten. Die Telekombehörde RTR warnt gerade vor einer neuen Welle, die wegen des Einsatzes von KI ausgefeilter und gefährlicher ist.
Alleine heuer erhielt die Rundfunk-und Telekom-Aufsichtsbehörder RTR bereits 1900 Beschwerden von Betroffenen, die Betrugs-SMS meldeten. Dabei verzeichnete die Meldestelle für Rufnummernmissbrauch bei der RTR schon im vorigen Jahr fast 32.000 solcher Beschwerden nach Betrugsversuchen mittels Anrufen, SMS und Messengerdiensten wie WhatsApp, das war ein Plus von fünf Prozent.
„Die Zeiten, in denen es leicht zu erkennen war, sind vorbei“
„Diese Betrugsversuche werden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz immer perfekter. Die Zeiten, in denen man beispielsweise SMS an Formulierungsfehlern leicht erkennen konnte, sind endgültig vorbei. Wir alle können Opfer eines Betrugs werden“, warnt RTR-Chef Klaus Steinmaurer. Dahinter stecken kriminelle Profis in internationalen Netzwerken aus dem Ausland, gegen die es meist keine rechtliche Handhabe gibt.
Die Bedrohung wächst auch, weil wir immer mehr „künstliche Beziehungen“ haben, vom Fahrassistenzsystem im Auto über Smarthome-Geräte und Fitnesstracker bis zu personalisierten Empfehlungen in Streamingdiensten, so Steinmaurer. „Wo fortschrittliche Technologien zum Einsatz kommen, lauern auch Risiken.“
Noch relativ harmlos ist der Fall, wenn man zum Rückruf auf eine unbekannte Nummer irgendwo im fernen Ausland aufgefordert wird – die Gauner profitieren dann von den hohen Gebühren dieses Gesprächs mit.
Falsche Polizisten haben meist ältere Personen zum Ziel
Doch häufig und folgenschwer sind jene Attacken, in denen Menschen aufgefordert werden, Tausende Euro für einen angeblichen Unfall eines Angehörigen zu zahlen oder gar ihre Wertsachen an einen angeblichen Polizisten auszuhändigen, weil es Einbrüche in der Gegend gäbe.Vor allem ältere Personen sind da das Ziel, ausgewählt werden sie z.B. über ihren traditionellen, heute weniger gebräuchlichen Vornamen.
Schutz durch Hausverstand und Misstrauen
Oft ist noch dazu der Faktor Zufall ein Helfer der kriminellen Bande. Wer etwa gerade wirklich einen Anruf erwartet oder kürzlich seine Bankomatkarte verloren hat und nun eine SMS seiner vermeintlichen Hausbank nicht überraschend findet, wird leichter zum Opfer. „Die besten Schutzmaßnahmen dagegen sind eine große Portion Vorsicht und Plausibilitätschecks, wenn Anrufe, SMS oder Chatnachrichten verdächtig erscheinen. Geben wir dem Betrug keine Chance, indem wir allem, was uns im Netz betrifft, immer mit gesundem Misstrauen gegenüberstehen“, rät RTR-Chef Steinmaurer.
Handynetzbetreiber und „Führerschein“ gegen klassische Angriffe
Neben diesen Attacken lauern auch weiterhin klassische Gefahren durch eingeschleuste Viren, Datendiebstahl, Betrug beim Internetshopping, Missbrauch von Zahlungsdaten etc. Die heimischen Handynetzbetreiber haben dazu technische Sicherheitslösungen, die Konsumenten auch in Anspruch nehmen sollten, ergänzt der Branchenverband Forum Mobilkommunikation (FMK). Um schon Jüngere auf die Gefahren aufmerksam zu machen, hat das FMK einen „Handyführerschein“ für Schüler erarbeitet. Das ist ein kostenloser interaktiver Kurs („Mobile Generation“) am Tablet für Kinder der 6. bis 8. Schulstufe samt begleitendem Lernmaterial, in dem man 22 von 25 Fragen richtig beantworten muss, um die offizielle Urkunde zu bekommen. Abrufbar ist der Kurs unter https://www.lehrer.at/handy/.
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