Schamloser Betrug

Schattenfirmen kosten Staat halbe Milliarde Euro

Wirtschaft
10.02.2026 09:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Scheinunternehmen kosten den Staat jedes Jahr ordentlich Geld, 2025 waren es eine halbe Milliarde Euro. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) kritisiert den „Betrug“ an „ehrlichen Unternehmen“, doch gegen diesen wird jetzt scharf vorgegangen.

Rund 500 Millionen Euro Schaden haben Scheinunternehmen im Vorjahr verursacht. Gleichzeitig wurden mehr als doppelt so viele Scheinfirmen rechtskräftig verurteilt wie im Jahr zuvor. 2025 habe das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) 411 Fälle abgeschlossen, nach 197 Fällen im Jahr 2024. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag anlässlich einer Tagung zum Thema Betrugsbekämpfung mit.

Das Ministerium erklärt den Anstieg der Verurteilungen unter anderem mit verstärkten Kontrollen und einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2024. Seitdem ist die Definition des Scheinunternehmens breiter gefasst. Auch in den Jahren zuvor hat die Zahl der Verurteilungen stetig zugenommen: 2023 seien 149 Fälle rechtskräftig abgeschlossen worden, 2020 waren es 56 Fälle.

So funktionieren Scheinunternehmen

  • Scheinunternehmen schauen auf dem Papier häufig unauffällig aus. Die Unternehmen sind aber oft nur eine „Fassade“, um zu verschleiern, was wirklich passiert.
  • Zum Beispiel zahlen manche Scheinunternehmen keine Steuern für ihre Beschäftigten oder beziehen Leistungen, obwohl sie nicht dazu berechtigt sind.
  • Oft ist es schwierig, herauszufinden, wo die Scheinunternehmen ihren Sitz haben (Stichwort: Briefkastenfirma) und wer dort arbeitet.

Sozialversicherung ist größter Brocken
Scheinfirmen schaden der öffentlichen Hand vor allem durch Eines: Von den rund 500 Mio. Euro sei mehr als die Hälfte auf den Entfall von Sozialversicherungszahlungen zurückzuführen. Immerhin gut ein Fünftel gehe auf entfallene Lohnsteuern zurück. Der Rest sei durch ungerechtfertigte Betriebsausgaben sowie unerlaubten Vorsteuerabzug entstanden.

„Scheinunternehmen, die teilweise mit extrem komplexen Strukturen agieren, betrügen den Staat und oft auch Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, die Sozialversicherung und die ehrlichen Unternehmen“, sagt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) in einer Aussendung. „Dort, wo es notwendig ist, werden wir die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter schärfen, um einen fairen Arbeitsmarkt sicherzustellen“, pflichtet ihm Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) bei.

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