Korruption ist in Österreich ein „strukturelles Problem“. Zwar ist der Machtmissbrauch laut aktuellem Index leicht zurückgegangen, doch von einer Vorreiterrolle kann keine Rede sein. Vom „Anti-Korruptions-Spitzenreiter“ Dänemark kann sich die Alpenrepublik noch viel abschauen.
Immerhin den 21. von insgesamt 182 Plätzen belegt Österreich beim Korruptionsindex von Transparency International (TI). Damit schneidet das Land etwas besser ab als noch im Vorjahr: es sind 69 von 100 Punkten. 2025 wurde ein Tiefpunkt von 67 Punkten und der 25. Platz verzeichnet.
Entwarnung geben will TI-Austria-Vorstandsvorsitzenden Bettina Knötzl trotz der etwas besseren Wertung nicht, auch wenn es sich um „ein positives Signal“ handle. Denn Korruption sei in Österreich weiterhin ein „strukturelles Problem, das wirtschaftliche Entwicklung bremst und Vertrauen in staatliche Institutionen untergräbt.“ Seit 2019 büßte Österreich neun Plätze im Ranking ein und verbleibt daher in der Gruppe der „Absteiger“.
Ausschlaggebend für die leichte Verbesserung Österreichs im Ranking waren laut Knötzl verschiedene Faktoren. Als „Meilenstein“ gelte die Abschaffung des Amtsgeheimnisses und das Informationsfreiheitsgesetz. Ebenfalls positiv ausgewirkt hätten sich die sichtbare Verfolgung von Korruption und die politischen Bemühungen, eine weisungsfreie Spitze für die Staatsanwaltschaften einzuführen.
Skandinavisches Land an Spitze
An der Spitze des internationalen Rankings liegt seit acht Jahren das skandinavische EU-Mitglied Dänemark mit 89 Punkten. Dahinter folgen Finnland, Singapur, Hongkong und Norwegen mit jeweils über 80 Punkten. Ebenfalls in den Top 10 finden sich mit Schweden, der Schweiz, Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland fünf weitere europäische Länder.
Im EU-Vergleich liegt Österreich im ersten Drittel auf Platz neun und damit über dem Durchschnitt. EU-Schlusslicht ist auch dieses Mal wieder Ungarn mit 40 Punkten. Unter den insgesamt 182 bewerteten Ländern teilen sich Somalia und Südsudan den letzten Platz.
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