Die Bobfahrer sorgten für echten Nervenkitzel. Flog ein rasanter Rodler aus der kaum gesicherten Bahn, musste das Publikum in Deckung gehen. Die Skispringer hoben mit schweren Holzskiern von der Schanze ab, und die Eiskunstläufer mussten auf dem Natureis so manchen Riss überspringen. Bei der ersten „Internationalen Wintersportwoche“ in Chamonix 1924 ging es also schon hoch her.
Beim Curling hingegen war der Adrenalinspiegel nicht ganz so hoch. Gewischt wurde mit normalen Besen, die Regeln verstanden eigentlich nur die Briten, und die ließen, wie es sich in ihrem Traditionssport gehört, einen Whisky für den Verlierer springen.
Und weil Geduld eine der vielen Tugenden der Curler ist, mussten sie ganze 82 Jahre auf ihre Goldmedaille warten. Erst 2006 erkannte das IOC das damalige Turnier offiziell als offiziellen olympischen Wettbewerb an.
Bis heute ist Curling keine Disziplin, die sich ins Rampenlicht drängt. „Citius, altius, fortius“ (schneller, höher, weiter) überlassen die Curler lieber anderen. Lindsey Vonn zum Beispiel, die heute, Sonntag, als eiserne Olympionikin an den Start gehen will – dabei sein ist alles, um jeden Preis!
Curling hingegen schleicht sich langsam und elegant in die Herzen der Zuseher. Der Stein wird durchdacht ins Rollen gebracht und zum Ziel gewischt. Es gibt keine lauten Worte, keine Diskussionen mit dem Schiedsrichter, kein Jubelgeschrei. Der „Spirit of Curling“ ist vom gegenseitigen Respekt geprägt, eigene Fehler werden zugegeben und den Verlierern wertschätzend die Hände gereicht.
Für actionreiche Momente mögen andere sorgen, beim Curling jedoch darf man in unserer viel zu lauten, respektlosen Zeit auf die Pausetaste drücken.
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