08.04.2021 10:21 |

CO2-Emissionen

Bitcoin-Schürfer gefährden Chinas Klimaziele

Eine neue Studie warnt vor den Folgen des „Bitcoin-Abbaus“ für den Klimawandel. Das sogenannte Schürfen der Digitalwährung in China verursacht inzwischen einen derart hohen Kohlenstoffdioxidausstoß, dass es die Emissionsreduktionsziele des Landes gefährden könnte, warnen Wissenschaftler mehrerer Universitäten.

Geht es nach den bisherigen Plänen Chinas, sollen die Emissionen in der Volksrepublik bis 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben, um dann kontinuierlich reduziert zu werden, sodass man bis 2060 schließlich klimaneutral ist. Doch die Digitalwährung Bitcoin könnte diesen Plänen nun einen Strich durch die Rechnung machen, wie Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking, der Cornell University in den USA sowie der Universität von Surrey in Großbritannien in einer am Dienstag in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie warnen.

„Ohne geeignete Maßnahmen und praktikable Maßnahmen, kann die intensive Bitcoin-Blockchain-Operation in China schnell zu einer Bedrohung werden, die möglicherweise die im Land unternommenen Bemühungen zur Minderung der Emissionen untergraben könnte“, schreiben sie.

Günstiges Bauland und günstiger Strom
Denn vor allem in ländlichen Gebieten Chinas, wo es günstigen Baugrund und günstigen Strom gibt, habe der „attraktive finanzielle Anreiz des Bitcoin-Schürfens“ ein regelrechtes „Wettrüsten“ bei dedizierter Mining-Hardware ausgelöst, mit der sich die Digitalwährung durch immer komplexere Rechenoperationen gewinnen lässt.

Gewaltiger Energiebedarf
Die Folgen: Bereits 2016 überstiegen die Bitcoin-Emissionen in China, das den Forschern zufolge für mehr als Dreiviertel des weltweiten „Abbaus“ der Digitalwährung verantwortlich zeichnet, die Gesamtemissionen der Tschechischen Republik und Katars im selben Jahr. Bis 2024, prognostizieren die Forscher, werde Chinas Bitcoin-Geschäft den Gesamtenergieverbrauch Italiens und Saudi-Arabiens übersteigen. Auf seinem Höhepunkt könnte es etwa 5,41 Prozent der Stromerzeugungsemissionen Chinas ausmachen.

Den Forschern zufolge wäre eine Kohlenstoffsteuer für Bitcoin zu ineffektiv, um die Emissionen zu reduzieren. Sie plädieren stattdessen für eine strengere Politik der „Standortregulierung“.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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