Das Online-Geschäft boomt und hat gerade in der Pandemie noch einmal um 30 Prozent zugelegt. Zwei von drei Österreichern kaufen mittlerweile im Internet ein. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes fließen dabei ins Ausland. Gleichzeitig verzeichnete der stationäre Einzelhandel im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von gut elf Prozent – und noch immer leidet die Branche unter den coronabedingten Einschränkungen.
Gerade deshalb startet Spar einen neuerlichen Anlauf für die Erweiterung des Salzburger Europarks. Wie berichtet, soll das Einkaufszentrum auf bestehenden Flächen um 14.000 Quadratmeter erweitert und somit 300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.
Doch nicht nur die Landesregierung steht auf der Bremse, sondern auch aus der Salzburger Altstadt kommt Widerstand. Der Altstadtverband befürchtet einen Kaufkraftabfluss und fordert, in einem neuen Gutachten die Auswirkungen der Corona-Krise zu berücksichtigen. „Unser Stück vom Kuchen wird damit kleiner. Die Leute kaufen durch die Krise schon weniger ein. Ich verstehe nicht, warum man die Erweiterung gerade jetzt einfordert“, sorgt sich Modehändlerin Brigitte Hirschegger aus der Linzer Gasse.
Europark, Outlet-Center und die Altstadt bedienen ganz andere Kundenschichten. Laut Analyse wäre der Kaufkraftabfluss geringfügig. Wenn alle zusammen gegen den Online-Handel arbeiten würden, gäbe es für alle mehr Geschäft.
Bernhard Auinger (SPÖ), Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, sieht den Konkurrenzkampf im Handel unbegründet.
Gemeinsam gegen die Internet-Riesen
Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ), der sich für den Ausbau einsetzt, sieht keinen Konkurrenzkampf zwischen Europark und Altstadt. „Beide bedienen ein ganz anderes Publikum. Wenn alle zusammen gegen den Online-Handel arbeiten würden, gäbe es für alle mehr Geschäft“, so Auinger. Die Auswirkung auf Altstadt und umliegende Gemeinden sei laut Analyse geringfügig.
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