Suchtkriminalität und Cybercrime bleiben in Kärnten die großen Herausforderungen für die Polizei. In der Bilanz über das Vorjahr scheinen weniger Delikte als 2019 auf, zeitgleicht stieg die Aufklärungsquote erstmals auf 61,8 Prozent.
20.986 Anzeigen (ein Minus von 13,6 Prozent gegenüber 2019) gab es im Vorjahr. Die Rückgänge seien vor allem auf die Abnahme der Anzeigen bei „Strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben“ (minus 673 Anzeigen) und “Strabare Handlungen gegen fremdes Vermögen“ (minus 2.066 Anzeigen) zurückzuführen.
Gewaltkriminalität: 3.217 Anzeigen (minus 11,8 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 4.119 Gewaltdelikte. Bei gut 61 Prozent der Gewaltdelikte bestand eine Beziehung zwischen Täter und Opfer; die Aufklärungsrate liegt daher bei 99,6 Prozent. Bei 83 Delikten kamen Stichwaffen zum Einsatz. Vier Morde wurden im Vorjahr erfasst, bei denen drei Frauen getötet wurden. „Gewalt in der Privatsphäre“ wurde 795 Mal angezeigt - darunter fallen unter anderem Delikte wie Körperverletzung, Freiheitsentziehung, sexueller Missbrauch.
Eigentumskriminalität: 4.826 Anzeigen im Vorjahr (minus 27.8 Prozent). 286 Einbrüche in Wohnraum, 47 Diebstähle von Fahrzeugen, 148 Taschen- und Trickdiebstähle
Suchtmittelkriminalität: 2.525 Delikte im Vorjahr (minus 11,4 Prozent). Fünf Drogentote waren zu beklagen, 2019 waren es noch 16 gewesen. Nach wie vor werden Suchtmittel oft aus Slowenien geholt, Hauptschmuggelrouten sind der Karawankentunnel und der Loiblpass. 97 Dealer konnten 2020 aber festgenommen werden.
Internetkriminalität: Sie stieg im Vorjahr um 32,2 Prozent auf 1-544 Delikte. Es geht um verschlüsselte und beschädigte Unternehmensdaten, um Massenerpressungsmails, um Love Scam, also angebliche LIebe im Internet, die Geld kostet, um Sextortion, also Erpressung wegen Nacktfotos.
Wirtschaftskriminalität: 3.015 Anzeigen, ein Plus von 2,2 Prozent. Der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren! Meist Betrug.
Verkehr: 35 Menschen verloren im Vorjahr ihr Leben im Straßenverkehr; sechs mehr als 2019.
Wegen der Pandemie gab es eine Abnahme der Radaranzeigen von 32 Prozent - es kam zu 375.697 Radaranzeigen, 1.949 Anzeigen wegen Alkoholisierung im Straßenverkehr, 2.908 Abstandsanzeigen, 6.555 Telefondelikte, 3.965 Sicherheitsgurtdelikte, 461.371 Verwaltungsanzeigen nach den Verkehrsvorschriften insgesamt.
Seit dem Lockdown 1 im März 2020 wurden 2888 Anzeigen wegen Übertretungen nach dem Co-vid-19 - Maßnahmengesetz erstattet. Insgesamt wurden 686 Organmandate nach dem Covid-19 - Maßnahmengesetz und dem Epidemiegesetz erlassen. Bei 37826 Personen wurden Quarantäne-Überprüfungen nach dem Epidemiegesetz durchgeführt.
Mit 1. März 2021 hat die Landespolizeidirektion Kärnten einen Gesamtpersonalstand von 2.398 Bediensteten (578 weiblich). Davon versehen 2145 (419 weibliche) Bedienstete exekutiven Dienst, wovon 283 (112 Frauen) in der Grundausbildung stehen.
Insgesamt werden derzeit sechs Grundausbildungslehrgänge mit insgesamt 283 Polizeischülern mit Vertragsbediensteten mit Sondervertrag im BZS Kärnten bzw. BZS Wels ausgebildet. Für das Jahr 2021 sind fünf weitere Grundausbildungskurse vorgesehen. Am 1. April 2021 startet der Kurs mit 29 Schülern.
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