Ostbahn-Ärger

Parkplätze gebaut, dann Pendler-Züge gestrichen!

Niederösterreich
15.12.2010 17:54
Von Kopfschütteln bis zu heller Empörung – der neue ÖBB-Fahrplan erregt die Gemüter in Gramatneusiedl (Bezirk Wien-Umgebung). 15 Zugverbindungen auf der Ostbahnstrecke nach Wien fielen dem Sparstift zum Opfer. Die Folge: Pendler steigen aufs Auto um. Dabei wurde die Park-and-Ride-Anlage beim Bahnhof gerade um 2,7 Millionen Euro ausgebaut!

Ärger in Gramatneusiedl: „Ein Schildbürgerstreich der ÖBB“ "Seit Montag halten in der Früh hier nur noch zwei Schnellzüge nach Wien", ärgert sich Ruth Winkelmaier. Vor einem Jahr waren es noch fünf. Schlimm treffen diese Einsparungen besonders die jüngsten Pendler. Abfahrt zur Schule ist jetzt bereits kurz nach 7 Uhr – eine halbe Stunde früher als bisher. Winkelmaier: "Viele Erwachsene überlegen indes, gleich wieder mit dem Auto zur Arbeit zu fahren."

450 Unterschriften an ÖBB-Manager übergeben
Als wahren Schildbürgerstreich sehen Betroffene daher den erst im November fertiggestellten Ausbau der Park-&-Ride-Anlage. "Hier finden nun 617 Pkws Platz, gleichzeitig streicht man den Pendlern die Züge", ist Winkelmaier verärgert. Sie hat mehr als 450 Protest-Unterschriften an ÖBB-Manager übergeben. Die Forderung: "Alle Verschlechterungen im Fahrplan aufheben!"

Eine Initiative für Pendler planen nun die Grünen im Landtag: Sie beantragen am Donnerstag, dass die Wien-Zone des Verkehrsverbundes VOR in das Umland erweitert wird.

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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