28.02.2021 12:00 |

Ein funken Hoffnung

Tiroler Wirte zwischen Angst und Verzweiflung

Die Lage ist dramatisch! Das sagen Mario Gerber (Hotellerie) und Alois Rainer (Gastronomie). Die Hoffnung lebt aber: „Der Tourismus wird ein tolles Comeback feiern!“ Und sie pochen darauf, im März aufzusperren.

Sie waren die ersten, die wegen Corona zusperren mussten. Und sie sind die letzten, die aufsperren dürfen! Die Rede ist von den 12.000 Tourismusbetrieben in Tirol. „Es herrscht Angst, Verzweiflung und Ratlosigkeit“, bringt es Alois Rainer, Sprecher der Gastronomie in der Wirtschaftskammer Tirol, im „Krone“-Gespräch auf den Punkt. „Unsere Sparte ist sehr breit aufgestellt. Wir vertreten ja nicht nur Gastronomie und Hotellerie, wir sind auch für die Bäder, Kinos und Fitnesscenter zuständig“, fügt Mario Gerber, Sprecher der Hotellerie und gleichzeitig Obmann der gesamten Tourismus-Sparte, an. In Summe geht es in Tirol um 12.000 Betriebe – 10.000 davon sind Wirtshäuser und Hotels. Die ganzen Bars und Clubs haben bekanntlich seit zwölf Monaten zu, der Rest durfte im Sommer und Frühherbst kurz aufsperren. Doch seit Anfang November sind wieder alle im Lockdown.

„Wir müssen im März wieder aufsperren!“
„Das Ganze muss nun rasch ein Ende haben. Die Lage für unsere Betriebe ist dramatisch“, sagt Gerber. „Uns wurde die wirtschaftliche Basis genommen. Man muss alle jene Betriebe, die das von sich aus wollen, jetzt aufsperren lassen – und zwar noch im März“, fordert Wirte-Sprecher-Rainer.

„Haben Schnauze voll vom Homecooking!“
Auch die Menschen hätten die Schnauze gestrichen voll – „nicht nur vom Homeschooling, sondern auch vom Homecooking“. Dass man für die Rückkehr zur Normalität gerüstet sei, habe man bereits im Sommer unter Beweis gestellt. „Wir haben taugliche Sicherheits- und Hygienekonzepte. Es gab in der Gastronomie keine Cluster – weil wir im Gegensatz zum Privatbereich kontrollierbar sind“, zeigt Rainer auf. Gleichzeitig fordert er eine Zulassung für Selbsttests – für Mitarbeiter und Gäste! Er kann sich zum Beispiel vorstellen, dass sich die Gäste unmittelbar vor dem Besuch, am Eingang des Wirtshauses, selbst testen. Das wäre dann absolut sicher.

8,5 Milliarden Euro Umsatzverlust in Tirol
Was heißt dramatisch? „Wir haben einen Umsatzausfall von 8,5 Milliarden Euro im Tiroler Tourismus. Das ist mehr als dramatisch“, sagt Gerber, der sich gegenüber seinen Mitgliedern ohnedies schon wie ein „moderner Watschenbaum“ vorkommt. „Wobei sich das, was wir als Wirtschaftskammer an Ausfallshilfen bei der Bundesregierung erreichen konnten, schon sehen lassen kann“, verteidigt Gerber.

Trotzdem hat er den Optimismus nicht verloren: „Ich bin überzeugt davon, dass der Tourismus ein tolles Comeback feiern wird!“ Er gesteht aber auch zu, dass es Anpassungen geben werden muss: „Es ist nicht alles gut. Das habe ich auch gar nie behauptet. Doch es ist immer noch der Gast, der sagt, was er will: Der eine mag lieber Halligalli, der andere mag es lieber sanfter. Unser Land Tirol hat für alle Geschmäcker etwas zu bieten“, betont WK-Sparten-Obmann Mario Gerber abschließend.

Markus Gassler
Markus Gassler
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